• vom 17.03.2017, 18:04 Uhr

Schule

Update: 17.03.2017, 18:12 Uhr

Bildung

Nicht mehr verhandelbar




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  • Das Schulautonomie-Paket ist in Begutachtung. Nur noch Details können geändert werden, heißt es in Richtung Lehrer.



Wien. (kats) Irgendwann ist es dann genug. Nach 15 Verhandlungsrunden mit den Lehrergewerkschaftern geht Bildungsministerin Sonja Hammerschmid nun davon aus, "dass das hält". "Das", das ist das Schulautonomiepaket, das Hammerschmid am Freitag gemeinsam mit Staatssekretär Harald Mahrer und den Landeshauptleuten von Kärnten und Salzburg, Peter Kaiser (SPÖ) und Wilfried Haslauer (ÖVP), präsentiert hat.

Nach monatelangen Verhandlungen hat die Lehrergewerkschaft bis zuletzt kein gutes Haar an der Reform gelassen. Am Donnerstagabend dann die Meldung: Man habe sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, dass der Entwurf in Begutachtung gehen darf, jedoch sei das keine inhaltliche Zustimmung, so Lehrervertreter Paul Kimberger. Über Inhalte will die Regierung indes nicht mehr verhandeln: Über technische Details könne man in der Begutachtung gerne noch reden, "die Eckpunkte sind aber nicht weiter verhandelbar", betonte Hammerschmid mehrmals. Ähnlich deutlich wurde Mahrer: "Es gilt die Bund-Länder-Einigung. Die wird auch umgesetzt."

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Schulautonomie, Cluster, Bildungsdirektionen

Sichtlich gelöst: Mahrer und Hammerschmid.

Sichtlich gelöst: Mahrer und Hammerschmid.© apa/Helmut Fohringer Sichtlich gelöst: Mahrer und Hammerschmid.© apa/Helmut Fohringer

Der Inhalt der Einigung war großteils schon vorher bekannt geworden. Kernstück ist wie berichtet die Schulautonomie, die die bisherigen Schulversuche - rund 5300 dieser Art gibt es derzeit in Österreich - obsolet machen soll. Die Schulleitung bekommt die Möglichkeit, sich das Personal weitgehend selbst auszusuchen. Außerdem werden Klassenschülerhöchstzahl und Teilungsziffer aufgehoben. Vielmehr soll die Schulleitung die Möglichkeit bekommen, die Klassengröße abhängig vom jeweiligen pädagogischen Programm selbst festzulegen. Die Länge der Unterrichtseinheiten, die Öffnungszeiten und die Fortbildung der Lehrkräfte sollen ebenfalls autonom festgelegt werden. Für die Bestellung des Schulleiters werden erstmals einheitliche Kriterien eingeführt. Wichtig war es Hammerschmid, zu betonen, dass die neue Autonomie nicht zu weniger Mitteln führen soll: "Es ändert sich dadurch nichts an der Ressourcenzuteilung. Das ist ein Qualitätspaket, kein Sparpaket", sagte sie. Allerdings soll sich grundsätzlich sehr wohl etwas an der Ressourcenverteilung ändern: Unter dem Stichwort "Chancenindex" sollen unter anderem der sozio-ökonomische Hintergrund und der Förderbedarf der Schüler an einem Standort stärker die Mittelverteilung an die Schulen beeinflussen. Zur Frage, ob das bedeute, dass andere Schulen weniger Geld bekommen, wollte sich Hammerschmid nicht klar äußern.

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Dokument erstellt am 2017-03-17 18:09:07
Letzte ─nderung am 2017-03-17 18:12:06



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