• vom 31.08.2017, 17:52 Uhr

Schule

Update: 31.08.2017, 20:40 Uhr

Schulbeginn

High to School




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Von Petra Tempfer

  • Um dem Leistungsdruck standzuhalten, greifen Schüler zu leistungssteigernden Mitteln.

- © Ralf Roletschek - FAL, Produktfotos; Collage: Gerald Jatzek - CC 4.0

© Ralf Roletschek - FAL, Produktfotos; Collage: Gerald Jatzek - CC 4.0

Wien. Mit dem angeblich wirklich letzten heißen Tag am Donnerstag neigten sich nicht nur die sommerlichen Temperaturen, sondern auch die großen Ferien ihrem Ende zu. Am kommenden Montag beginnt in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland die Schule, im Westen Österreichs ist es eine Woche später so weit. Nach den Nachprüfungen Anfang des Schuljahres werden wenig später die rund eine Million Schüler Österreichs ihre ersten Tests und Schularbeiten schreiben - und mitunter ins Mühlenrad des Leistungsdrucks geraten.

Um Letzterem standzuhalten, sind Schüler leistungssteigernden Mitteln offenbar nicht abgeneigt. Einer aktuellen Erhebung aus dem Kanton Zürich in der Schweiz zufolge nimmt bereits jeder fünfte Schüler verschreibungspflichtige Medikamente zur Leistungssteigerung, schrieb der "SonntagsBlick" diesen August. Eine deutsche Studie kam zu einem ähnlichen Schluss.

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Jeder 4. Schüler wünscht sich Mittel zur Leistungssteigerung
In Österreich existieren zwar keine konkreten Zahlen dieser Art, das Nachhilfeinstitut "LernQuadrat" hat aber eine Online-Umfrage unter 300 Schülern (nicht nur Nachhilfeschüler) gemacht, wie viele sich ein Mittel zur Leistungssteigerung wünschen würden. Das Ergebnis: Jeder vierte Schüler über 13 Jahren wünscht es sich. Besonders anfällig für Suchtmittelkonsum seien die 15- bis 16-Jährigen. Dass die Studien aus der Schweiz und aus Deutschland auf Österreich übertragbar sind, scheint naheliegend.

Es sei jedenfalls eine Tatsache, dass auch hier der Medikamentenmissbrauch unter Schülern steigt, sagt dazu Kurt Moosburger, Arzt für Innere Medizin, Sport- und Ernährungsmediziner in Tirol. Wirklich helfen würden all diese Mittel wie aufputschende Psychostimulanzien (Amphetamine wie Ritalin oder Strattera) allerdings nicht. Ganz im Gegenteil.

"Nur wenn das Kind tatsächlich therapiert werden muss und zum Beispiel Strattera gegen ADHS verschrieben bekommt, profitiert es meistens schon davon. Sonst nicht", sagt Moosburger. Suchtexperte Michael Musalek, Leiter des Anton-Proksch-Instituts in Kalksburg, ergänzt: "Von Amphetaminen wird man schnell abhängig, in wenigen Wochen bis Monaten." Langfristige körperliche Veränderungen seien Bluthochdruck, Schlaflosigkeit und Schwitzen. Und: Um die gewünschte Wirkung zu erzielen, brauche man immer mehr dieser Mittel, die kurzfristig leistungs- und aufnahmefähiger machen sollen. Der Entzug könne mit lang anhaltenden Depressionen einhergehen.

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Dokument erstellt am 2017-08-31 17:57:06
Letzte ─nderung am 2017-08-31 20:40:54



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