• vom 19.09.2014, 17:32 Uhr

Schule

Update: 22.09.2014, 17:04 Uhr

Bildungsprojekt

Bildungs-Vorbilder




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Von Bettina Figl

  • Projekte gegen Bildungsungleichheit: Akademiker und Jugendliche lernen mit Kindern aus benachteiligten Familien.

Lehrerin Claudia Müllauer mit Schülern der 3. Klasse der NMS Leibnizgasse in Wien-Favoriten.

Lehrerin Claudia Müllauer mit Schülern der 3. Klasse der NMS Leibnizgasse in Wien-Favoriten.© Jenis Lehrerin Claudia Müllauer mit Schülern der 3. Klasse der NMS Leibnizgasse in Wien-Favoriten.© Jenis

Wien. "Wovon träumt ihr?", fragt die Klassenlehrerin Claudia Müllauer in lupenreinem Englisch. Ein Schüler zeigt auf und antwortet - nicht ganz so akzentfrei, aber immerhin auch auf Englisch -, er wäre gerne sein eigener Chef. 10 Uhr Vormittag in der 3b in der Neuen Mittelschule Leibnizgasse in Wien-Favoriten. In der Englischsstunde sollen die 12- bis 13-Jährigen ihre Zukunftswünsche auf weißes Papier schreiben. Trotz des großen A3-Formats sagt eine Schülerin nach einer Viertelstunde: "Mein Blatt ist voll."

Information

Interessierte können sich ab 1. Oktober als Fellows für das Schuljahr 2015 bewerben: www.teachforaustria.at
Von 26.-28. 9. findet an der Vienna Business School das stEFFIE- Festival für Wissenshungrige, Querdenker und Neugierige statt: steffie-festival.com www.talentify.co


"Ein Job, der erfüllt"
Dass in Österreich der soziale Aufstieg durch Bildung oft ein leeres Versprechen bleibt, hat die jüngste OECD-Studie wieder einmal gezeigt: Demnach haben nur 21 Prozent der 25- bis 34-Jährigen einen höheren Abschluss als ihre Eltern. Syrien, Rumänien, Mazedonien, Gambia: Die 3b vereint 24 Kinder aus zehn Nationen. "Die meisten sagen, sie wollen Friseurin, Verkäuferin oder - was eh schon super ist - Kfz-Mechaniker werden", erzählt Müllauer, die neben Englisch auch Bildnerische Erziehung und Berufsorientierung unterrichtet. "Ich will ihnen zeigen, welche Möglichkeiten es in diesem Land, in dem Bildung ja kostenlos ist, gibt."

Müllauer ist in Pakistan, Südkorea und Japan aufgewachsen, hat Jus, Politik- und Islamwissenschaften studiert und an der Universität Wien zu Integration geforscht, bis sie sich vor drei Jahren dazu entschlossen hat, in die Praxis zu gehen und zu unterrichten. Die 30-Jährige ist eine von derzeit 64 "teachforaustria"-Fellows. So werden "persönlich und fachlich herausragende Hochschulabsolventen" genannt, die an Wiener und Salzburger Pflichtschulen vermittelt werden. Im Normalfall unterrichten diese dann für zwei Jahre an Neuen Mittelschulen (NMS), Kooperativen Mittelschulen und Polytechnischen Schulen. Unter den Quereinsteigern befinden sich eine Quantenphysikerin, Wirtschaftswissenschafter oder ein Bildender Künstler. Sie unterrichten 7500 Kinder und Jugendliche an derzeit 35 Schulen.

Dass sie nicht wie andere Pflichtschullehrer an den Pädagogischen Hochschulen studiert haben, brachte dem Programm anfangs Kritik ein - doch das Auswahlverfahren ist durchaus "fordernd", sagen die Organisatoren: Der Online-Bewerbung folgt ein Assessmentcenter, nur ein Zehntel der rund 600 Bewerber wird aufgenommen. Hat man es geschafft, folgt im Sommer eine zehnwöchige pädagogische Ausbildung, in der Praxis gesammelt wird, auch während des Schuljahrs gibt es Workshops und Supervision. "Ich kenne niemanden, der am ersten Schultag keine wackligen Knie hat", so Müllauer, die vor allem in der Anfangszeit auf die Hilfe der anderen Fellows sowie des Lehrerverbands an der NMS Leibnizgasse zählen konnte.

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Dokument erstellt am 2014-09-19 17:35:07
Letzte ─nderung am 2014-09-22 17:04:03



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