• vom 24.10.2014, 20:31 Uhr

Schule

Update: 26.10.2014, 16:30 Uhr

Radikalisierung

Die IS-Fahne im Lehrerzimmer




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  • Die Radikalisierung von Jugendlichen sollte so früh wie möglich erkannt werden - doch Österreich hinkt nach.

Wichtig sei es, Jugendliche spätestens in dieser ersten Phase zu erreichen, indem sie von Menschen angesprochen werden, denen sie vertrauen: also von Familienmitgliedern, Lehrern oder Freunden.

Wichtig sei es, Jugendliche spätestens in dieser ersten Phase zu erreichen, indem sie von Menschen angesprochen werden, denen sie vertrauen: also von Familienmitgliedern, Lehrern oder Freunden.© Stanislav Jenis Wichtig sei es, Jugendliche spätestens in dieser ersten Phase zu erreichen, indem sie von Menschen angesprochen werden, denen sie vertrauen: also von Familienmitgliedern, Lehrern oder Freunden.© Stanislav Jenis

Wien. Rund 150 Extremisten aus Österreich sind inzwischen nach Syrien gezogen, um für den Islamischen Staat (IS) zu kämpfen. Das ist ein verhältnismäßig hoher Anteil, 60 der jungen Männer und Frauen sind wieder zurückgekehrt. Nun steht Österreich vor der großen Frage: Was kann gegen die Radikalisierung von Jugendlichen unternommen werden?

Ob IS-Kämpfer oder Neonazi: Jugendliche sind für Radikalismus anfällig, wenn sie sich ausgegrenzt fühlen und keine Perspektiven sehen. "Das sind Jugendliche zwischen 16 und 24 Jahren, die auf der Sinnsuche sind und Bezugspunkte suchen", erklärt der Soziologe Kenan Güngör. Er sieht Radikalisierung als "Prozess, der in verschiedenen Phasen verläuft" und in der Regel damit beginnt, dass junge Menschen mit radikalislamischen Parolen sympathisieren.


"Ich will in den Krieg ziehen"
Wichtig sei es, Jugendliche spätestens in dieser ersten Phase zu erreichen, indem sie von Menschen angesprochen werden, denen sie vertrauen: also von Familienmitgliedern, Lehrern oder Freunden. Denn je weiter der Radikalisierungsprozess fortgeschritten ist, desto festgefahrener ist das Weltbild und umso schwieriger wird es für die jungen Menschen, sich wieder von dem Feindbild-Denken zu befreien.

Vor etwa einem Monat wurden Lehrer vom Unterrichtsministerium angewiesen, Verdachtsfälle der Schulaufsicht zu melden und mit den Eltern Kontakt aufzunehmen, wenn das Verhalten des Kindes auffällig sei. Das stellt die Lehrer vor eine große Herausforderung. In so manchem Lehrerzimmer hängt inzwischen die IS-Fahne, um sie zu erkennen, falls sie bei den Schülern auftaucht. "Vor kurzem hat eine Schülerin gesagt, sie will in den Krieg ziehen", berichtet eine Lehrerin einer Neuen Mittelschule in Wien. Zwar glaubt die Lehrerin nicht, dass das eine ernst gemeinte Aussage war, und sie sieht auch sonst keine Warnsignale bei der Schülerin. Trotzdem hat sie den Fall der Direktorin gemeldet.

Der Islamlehrer klärt auf
"Vor drei Wochen hätte ich das wahrscheinlich noch nicht gemacht", sagt die Lehrerin, die selbst Islamwissenschaften studiert hat. Sie sagt, es sei für viele Lehrer nicht leicht zu entscheiden, was sie melden sollen uns was nicht: "Man will ja auch nicht, dass gleich der Verfassungsschutz anrückt." In ihrem Fall wird der Islamlehrer eine Aufklärungsstunde zur Lage in Syrien abhalten.

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Dokument erstellt am 2014-10-24 17:02:04
Letzte ńnderung am 2014-10-26 16:30:15



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