
Wien. Die Verhandlungen zum Lehrerdienstrecht wurden am Montag auf Beamtenebene weitergeführt. Unterrichtsministerin Claudia Schmied wollte dazu nicht konkret Stellung nehmen, sagte aber am Rande einer Pressekonferenz ausreichende Unterstützungssysteme durch Sozialarbeiter oder Psychologen für die Lehrer zu. Wie viele Dienstposten so geschaffen werden müssten, sagte Schmied nicht, sondern sprach von einer "entsprechenden Größenordnung". Dass es solche Unterstützung für die Lehrer geben wird, dürfte aber klar sein. Sie sei der Ansicht, dass "Schule zunehmend arbeitsteilig organisiert werden sollte, damit sich jeder auf seine Kernkompetenz konzentrieren kann".
Die Grünen fordern für ein solches Unterstützungspersonal klare gesetzliche Regelungen. Bildungssprecher Harald Walser sagte: "Es muss geklärt sein, ab wie vielen Kindern oder Jugendlichen es entsprechendes Unterstützungspersonal geben muss oder ab wie vielen Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache entsprechend ausgebildete Lehrkräfte zusätzlich bereitgestellt werden müssen." Außerdem fordern die Grünen ein "Verschlechterungsverbot" für bereits im Dienst befindliche Lehrer und attraktive Einstiegsgehälter für neu eintretende Lehrkräfte.
Seit 2009 gelten in Österreich Bildungsstandards, mit denen festgelegt wird, was ein Schüler in der vierten Schulstufe (Deutsch, Mathematik) bzw. in der achten Schulstufe (Deutsch, Mathematik, Englisch) können soll. Ab heuer wird jedes Jahr im Frühjahr überprüft, wie sich die Bildungsstandards auf die Leistung der Schüler auswirken. Die Tests finden am Mittwoch in ganz Österreich statt. Vorerst wird es keine Schul-Ranglisten mit den Ergebnissen geben. Zunächst müsse sich eine "gute Kultur der Schulentwicklung" einstellen, was eine gewisse Zeit brauche, sagte Schmied. Auch einen Vergleich von AHS und Neuer Mittelschule könne man erst dann machen, wenn sämtliche Standorte umgestellt seien.