Wien. Die Testungen zu den Bildungsstandards, die am Mittwoch erstmals durchgeführt wurden und bei denen alle 86.000 Schüler der 4. Klasse AHS, Neue Mittelschule (NMS) und Hauptschule ihre Mathematikkenntnisse unter Beweis stellen mussten, kosten laut Unterrichtsministerium pro Schüler "selbst bei ungünstigster Rechnungsweise knapp 84 Euro". Das Ministerium reagierte damit auf Vorwürfe der AHS-Lehrergewerkschaft, wonach die Tests mit Kosten von mehr als 400 Euro pro Schüler übertrieben hoch seien.
Die Entwicklungskosten für das Projekt betrugen laut Ministerium von 2008 bis 2011 rund elf Millionen Euro, die Kosten für die Testungen im ersten - von 2012 bis 2014 laufenden - Zyklus 25 Millionen Euro. In diesem Zeitraum werden 430.000 Schüler getestet. Insgesamt würden 36 Millionen Euro ausgegeben.
Unterdessen hat nach ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon auch Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer Kritik an der geplanten Art der Veröffentlichung von Ergebnissen geübt: Im "Standard" fordert er, dass die Ergebnisse "auf Punkt und Beistrich veröffentlicht werden".
Das Unterrichtsministerium garantiert "volle Transparenz". Die Schüler erhalten eine Rückmeldung über ihre Ergebnis sowie ein Stärken- und Schwächenprofil und einen Vergleich zum Österreich-Durchschnitt. Die Lehrer erhalten einen anonymisierten Bericht über das Klassenergebnis, Teilergebnisse sowie einen Bericht über die Streuung der Resultate in der Klasse. Dazu erhalten sie den Österreich-Durchschnitt und einen fairen Vergleich mit Klassen ähnlicher Rahmenbedingungen. Die Schulleiter und die Schulpartner erhalten einen Bericht über die Kompetenzerreichung an der Schule, einen fairen Vergleich mit Schulen ähnlicher Rahmenbedingungen und die einzelnen Klassenberichte. Außerdem, stellt das Ministerium klar, dass "eine Verpflichtung zur Führung von Feedback-Gesprächen vorgesehen" sei.