• vom 06.07.2012, 17:52 Uhr

Schule aktuell

Update: 06.07.2012, 20:55 Uhr
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"Das A & O sind gute Kontakte zu den Eltern"


Von Leonie Liebenwein

  • Schwänzen: Lehrer fordern
  • Ausbau der psychologischen Betreuung.

Wien.

Langeweile ist nicht immer der Grund, warum Schüler dem Unterricht fernbleiben - oft liegt es auch an Problemen im Elternhaus oder Mobbying.

Langeweile ist nicht immer der Grund, warum Schüler dem Unterricht fernbleiben - oft liegt es auch an Problemen im Elternhaus oder Mobbying.APAweb Langeweile ist nicht immer der Grund, warum Schüler dem Unterricht fernbleiben - oft liegt es auch an Problemen im Elternhaus oder Mobbying.APAweb

Dominik geht lieber zu seiner besten Freundin während der Unterrichtszeit, Katharina hat keine Motivation in "unwichtigen" Stunden wie Musik anwesend zu sein. Konsequenzen haben sie nicht zu befürchten. Bis jetzt, denn nun will die Regierung mit einem 4-Stufen-Plan gegen Schwänzer vorgehen. Erster Schritt sind Gespräche mit Lehren und Schulpsychologen, später sollen Jugendcoaches, Psychologen und Sozialarbeiter ins Boot geholt werden. Damit will man den Ursachen des Schulschwänzens auf den Grund gehen. Bringt das alles nichts, ist mit Geldstrafen zu rechnen: bis zu 440 Euro, eine Verdoppelung zu bisher.

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Katharina, 15-jährige Schülerin der AHS Anton Kriegergasse, glaubt nicht, dass eine Geldbuße, welche die Eltern zahlen, Konsequenzen für die Schüler hat. Sie meint, Schüler sollten selbst die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Ebenfalls unzufrieden zeigt sich der Bundesverband der Elternvereine: Ihm dauert es zu lange, bis wegen wiederholter Schulpflichtverletzungen gestraft wird. Für Gordon Emrich, Direktor einer privaten Mittelschule in Wien-Wieden, sind "Strafen der allerletzte Schritt". Er sagt: "Das A & O sind gute Kontakte zu den Eltern."

Lehrer schicken SMS

In Tirol soll das via Mobilfunk passieren: Lehrer sollen Eltern SMS und E-Mails schicken, wenn ihre Kinder nicht in die Schule kommen. Zuständige Lehrer müssen sich dazu in eine Internetapplikation einloggen. Von dieser Plattform aus kann aus mehr als 1000 vorgefertigten Texten der passende gewählt oder selbst verfasst und versendet werden. Das Programm wird im Herbst in einem Pilotprojekt in 32 polytechnischen Schulen eingeführt. Auch Wien denkt an derartige Maßnahmen, um dem Schwänzen Einhalt zu gebieten. Der Schulschwänzbeauftrage Horst Tschaikner arbeitet derzeit an einem solchen Konzept, das bis Mitte August veröffentlicht werden soll. Bereits jetzt gibt es SMS-Benachrichtigungen an einzelnen Standorten in Wien, wie etwa an der HTL-Landstraße.

Regina Geher befürwortet diese Idee. Sie unterrichtet an der Kooperativen Mittelschule Viktor-Christ-Gasse in Wien-Hernals. Hier ist Schwänzen ein großes Problem, schon jetzt telefonieren Geher und ihre Kollegen mit den Eltern, wenn ihre Kinder nicht in den Unterricht kommen. Oft bleiben diese fern, weil sie zu Hause auf kleinere Geschwister aufpassen oder Hausarbeiten erledigen müssen - oder aber psychische Probleme haben. Hier werden viel mehr Psychologen an den Schulen benötigt, sagt Geher. In einigen Fällen würden die Eltern ihre schulschwänzenden Kinder sogar decken - hier helfe nur noch das Miteinbeziehen des Jugendamts, erzählt sie. Doch damit dieses schnell eingreifen kann, bräuchte es mehr Personal und finanzielle Mittel, genauso wie im Bereich der Schulpsychologen.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-07-06 17:59:17
Letzte Änderung am 2012-07-06 20:55:38


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