• vom 24.07.2012, 17:09 Uhr

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Experten fühlen sich vor den Kopf gestoßen


Von Bettina Figl

  • Arbeitsgruppen zur Lehrerausbildung sind nach Märk-Abberufung geschockt.

Wien. Ratlos, geschockt und traurig: Mit diesen Worten beschreibt eine Insiderin die derzeitige Stimmung in den Arbeitsgruppen zur neuen Lehrerausbildung nach der Abberufung von Elmar Märk. Der designierte Rektor der Pädagogischen Hochschule (PH) Tirol war vergangene Woche von Unterrichtsministerin Claudia Schmied noch vor seinem Amtsantritt abberufen worden, da er sich für die langfristige Integration der Lehrerausbildung in die Universitäten ausgesprochen hatte.

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Schmied begründete ihre Entscheidung am Dienstag in einer Pressekonferenz folgendermaßen: Märks öffentliche Stellungnahme habe jener Haltung widersprochen, die er im Bewerbungsgespräch dargelegt habe, und habe dadurch das Vertrauensverhältnis "massiv gestört". Bei Personalentscheidungen sei ihr neben der fachlichen Qualifikation auch die Haltung der Kandidaten zu der Institution wichtig.

Unmut über die Abberufung wurde nicht nur seitens ÖVP und Grünen laut, sondern auch bei den Experten, die derzeit an der "PädagogInnenausbildung Neu" arbeiten und Empfehlungen aussprechen sollen, wo die Ausbildung der Pflichtschullehrer künftig stattfinden soll. Der 2011 einberufene Entwicklungsrat sollte herausfinden, in welchen Regionen sich welche Kooperationsmodelle für die Lehrerausbildung am besten eignen - PH und Unis, Verbund- oder Kooperationsmodelle. Doch nun fragen sie sich: "Wozu das Ganze?", berichtet eine Expertin, da die Entscheidung gegen die Unis innerhalb des Unterrichtsministeriums anscheinend längst feststehe.

Ungleichheit an Uni und PH
Doch nicht nur die Experten fühlen sich vor den Kopf gestoßen - an den PHs wachse die Angst davor, etwas Falsches zu sagen, berichtet die Insiderin. Und von der "Begegnung auf gleicher Augenhöhe" könne keine Rede sein: Die Abberufung würde verdeutlichen, dass die Universitäten und die PHs eben nicht gleichwertig sind: An den autonomen Universitäten hat das Wissenschaftsministerium kein direktes Mitsprache- oder Berufungsrecht, an den PHs werden die Rektoren von der Unterrichtsministerin auf Vorschlag des Hochschulrats bestellt - oder eben abberufen.




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Dokument erstellt am 2012-07-24 17:14:11


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