• vom 27.08.2012, 17:58 Uhr

Schule aktuell

Update: 06.09.2012, 16:47 Uhr
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Ethikunterricht für alle geplant


Von Theresa Sophie Breitsching

  • Offener Brief eines 18-Jährigen löst neue Debatte über Ethikfach aus.

Einer Schülerin inder Hauptschule in Gross Enzersdorf. - APAweb / Helmut Fohringer

Einer Schülerin inder Hauptschule in Gross Enzersdorf. APAweb / Helmut Fohringer

Alpbach. Ein 18-Jähriger hat die Debatte um Ethikunterricht an Schulen neu befeuert. Auf der Social Media Plattform Facebook postete Nikolai Atefie einen Brief an Unterrichtsministerin Claudia Schmied, der - trotz Ferienzeit - innerhalb von zehn Tagen mehr als 2000 Mal gelesen und hunderte Male geteilt wurde.

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Atefie, freier Journalist, Gründer des Medienportals medieninsider.at und Auslandszivildiener beim Europarat, forderte in dem Schreiben (abrufbar unter www.lechz.at) "mehr Sportunterricht und die Einführung eines Ethikfaches, das als Diskussionsplattform dienen soll, wo Schüler und Lehrpersonal essenzielle Dinge des Lebens, wie Soziales oder Integrationsthematiken, auf Augenhöhe besprechen können. Denn es ist in Österreich aufgrund der Religionsvielfalt unmöglich, in der Schule für jeden einen individuellen Religionsunterricht anzubieten". Religion sei Privatsache eines jeden einzelnen "und hat in der Schulbildung keinen Platz, sofern nicht eine Chancengleichheit für Menschen anderer Religionen geschaffen werde". Schließlich soll jeder Zugang zu einer Religionsbildung bekommen.

Alle sollen Ethik lehren -nur nicht Religionslehrer
Er fordert eine gesonderte Ausbildung für jeden Lehrer - nur die Religionspädagogen selbst sollten Ethik seiner Meinung nach nicht lehren, um die Objektivität zu wahren. Denn: "Auch ein Politiker sollte streng genommen keinen Politikunterricht lehren dürfen."

Bei den Alpbacher Technologiegesprächen hat sich Schmied nun für den Ethikunterricht als Zusatzmodell zum Religionsunterricht ausgesprochen. Sprich: Am Religionsunterricht soll nichts geändert werden, der Ethikunterricht soll zusätzlich für alle eingeführt werden. Diesbezügliche Konzepte sollen bis zum Jahresende vorliegen. Man müsse auch noch klären, wer diesen lehren dürfe und welche Inhalte vermittelt würden. Atefie sieht dies jedenfalls als "Schritt in die richtige Richtung".

Die Schülerunion hat sich ebenfalls für einen Ethikunterricht ausgesprochen, allerdings sieht die ÖVP-nahe Gruppe diesen keinesfalls als Ersatz für den Religionsunterricht, der bereits viele unterschiedliche Themen abdecke und längst nicht mehr rein konfessionell sei. Außerdem fordert sie ein eigenes Lehramtsstudium für das Fach "Ethik".

"Sollte die Ministerin kein Konzept vorlegen, werde ich Anfang Jänner vor ihrer Tür stehen", sagt Atefie. "Außerdem drohen ihr bei Nichteinhaltung sicherlich Konsequenzen von der Online Community", meint er.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-27 18:02:03
Letzte Änderung am 2012-09-06 16:47:31


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