• vom 09.05.2017, 17:02 Uhr

Uni

Update: 10.05.2017, 16:58 Uhr

ÖH

Skandal um Antisemitismus im Juridicum




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  • "Falter" bekam im Vorfeld der ÖH-Wahl Protokolle aus internen Chats von AG-Funktionären zugespielt.

Wien. Mit Judenwitzen und Spott über Behinderte vertrieben sich Funktionäre der VP-nahen AktionsGemeinschaft am Juridicum der Uni Wien in einer geschlossenen Facebook-Gruppe offenbar die Zeit. In seiner jüngsten Ausgabe veröffentlicht der "Falter" Auszüge aus Chat-Protokollen. Unter den Mitgliedern der Gruppe sollen Mitglieder der Fakultätsvertretung als auch Kandidaten für die anstehende ÖH-Wahl sein.

Die AG-Jus an der Uni Wien kündigte nun Konsequenzen an. "In keinster Weise vertritt auch nur eine Person in der AG-Jus so eine abscheuliche Haltung, sondern es handelt sich hierbei um die dümmstmögliche und verurteilenswerteste Art von schwarzem Humor", hieß es auf Facebook. "Belastete Mitglieder mussten die AG-Jus verlassen, sobald wir davon Kenntnis erlangt haben."

In einer Whatsapp-Gruppe sowie der geschlossenen Facebook-Gruppe "Fakultätsvertretung Jus Männerkollektiv" tauschten sich die Studentenvertreter regelmäßig aus. So ist etwa unter dem Titel "Leaked Anne Frank Nudes" ein Haufen Asche samt einer Rose zu sehen. An anderer Stelle wird ein Hitlerjugend-Mädchen mit Hakenkreuz-Fähnchen in einem Korb und Hasen am Arm samt dem Bildtext: "Ich wünsche Frohe Ostern den Männern und auch Pussys dieser illustren Gruppe" abgebildet. In den Kommentaren ebenfalls lustig gefunden wird ein Bild eines badenden Burschen mit Down-Syndrom mit Dreizack im Arm und dem Titel "Poseidown" sowie diverse Hitler-Bilder. Hauptinhalt sind freizügige Bilder von Studentinnen sowie von feucht-fröhlichen Partys.

In der AG selbst ist man empört: "Es ist eine Frechheit, dass es innerhalb der AG Jus eine geheime Facebookgruppe gibt, die derart menschenverachtende Inhalte postet", sagte Sprecher Valentin Petritsch. "Das ist mit den Werten der AG in keiner Weise vereinbar, und wir fordern deshalb auch den sofortigen Austritt aller, die sich an solchen Inhalten beteiligt haben." In der Jungen ÖVP, wo Betroffene ebenfalls aktiv sind, distanzierte man sich genauso, verwies aber auf die AG.

Am kommenden Dienstag öffnen österreichweit die Wahllokale für die Studierenden, schon davor ist an 18 Hochschulen am Freitag (12. Mai) ein vorgezogener Wahltag vorgesehen. Insgesamt sind 330.000 Studenten an den Universitäten, Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen und Privatuniversitäten wahlberechtigt. Die ÖH-Wahl zieht sich traditionell über drei Tage.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-05-09 17:06:06
Letzte ńnderung am 2017-05-10 16:58:36



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