• vom 20.06.2017, 12:25 Uhr

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Update: 20.06.2017, 12:28 Uhr

Studium

Privatunis: Anders als öffentliche Unis, aber nicht so sehr




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Von WZ Online, APA

  • Wirtschaftsvertreter wollen Masterplan im Hochschulsektor.

Mit dem neuen Universitätsgebäude am Campus Krems bildet die Karl Landsteiner Privatuniversität einen neuen Markpunkt auf der Bildungs- und Wissenschaftlandkarte Niederösterreichs. - © Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften

Mit dem neuen Universitätsgebäude am Campus Krems bildet die Karl Landsteiner Privatuniversität einen neuen Markpunkt auf der Bildungs- und Wissenschaftlandkarte Niederösterreichs. © Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften

Wien. Privatuniversitäten unterscheiden sich naturgemäß von öffentlichen Einrichtungen - aber nicht so stark wie man vielleicht denken könnte. Das zeigt eine am Dienstag präsentierte Studie des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw). Wirtschaftsvertreter verlangen einen Masterplan für den Hochschulsektor zur Abstimmung der einzelnen Angebote.

Derzeit gibt es in Österreich 13 Privatuniversitäten mit rund 10.000 Studenten sowie jährlich knapp 2.000 Absolventen und etwas mehr als 3.000 Studienanfängern. Das entspricht aber nach wie vor lediglich einem Anteil von rund drei Prozent aller Studenten im Hochschulsektor.

Etwas höherer Frauenanteil

Der Frauenanteil an den Privatunis liegt mit etwa 60 Prozent etwas über jenem an den öffentlichen Unis und den Fachhochschulen, was vor allem mit dem Studienangebot zusammenhängt. Jeweils rund ein Viertel der Studenten an Privatunis belegen ein sozial- bzw. wirtschaftswissenschaftliches oder ein medizinisches Studium. In beiden Studienrichtungen ist der Frauenanteil relativ hoch.

Studenten an Privatunis sind tendenziell etwas jünger als im öffentlichen Sektor und kommen mit einem Anteil von 40 Prozent auch häufiger aus dem Ausland. Kaum Unterschiede zu öffentlichen Universitäten gibt es dagegen beim sozialen Background: Die verschiedenen sozialen Schichten sind in gleichem Ausmaß vertreten. Etwas anders sieht es beim Bildungshintergrund aus: An Privatunis studieren häufiger Akademikerkinder als an öffentlichen.

Wenig überraschend: An den Privatunis gibt es aufgrund der besseren Betreuungsverhältnisse eine geringere Dropout-Rate. Auf den ersten Blick durchaus unerwartet ist dagegen der Umstand, dass Absolventen von Privatunis nach dem Abschluss sehr stark im öffentlichen Dienstleistungssektor tätig werden. Auch das lässt sich vor allem mit dem hohen Anteil an Medizinstudenten erklären. Im Forschungssektor nehmen die Privatunis eine Mittelstellung ein: Sie betreiben in einem geringeren Ausmaß Grundlagenforschung als die öffentlichen Universitäten und sind dafür stärker in der angewandten Forschung tätig, liegen beim Anteil der Grundlagenforschung aber weit vor den Fachhochschulen.

Bei der Finanzierungsstruktur setzen die Privatunis nicht nur auf private Mittel: Rund 60 Prozent ihrer Mittel stammen von Privaten, wovon der Löwenanteil auf die Studiengebühren entfällt. Rund ein Viertel kommt von Ländern, Gemeinden und Kammern.

Zwei Privatunis werden von der Wirtschaftskammer getragen. Deren Hochschulexpertin Belinda Hödl mahnte einen Masterplan ein, in dem festgelegt wird, welcher Hochschultyp welche Aufgaben erfüllen soll. "Die Gestaltung des Hochschulsektors darf uns nicht einfach passieren", so Hödl. Unter dem Namen "Zukunft Hochschule" läuft ein solcher Strategieprozess bereits - dabei sollen etwa die Studienangebote abgeglichen werden. Der Vorsitzende der Privatuniversitätenkonferenz, Karl Wöber, forderte dabei gleiche Wettbewerbsbedingungen.

Der Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Christoph Neumayer, sah angesichts der Rekrutierungsprobleme der Unternehmen im Bereich von Naturwissenschaften, Technik, Mathematik und Informatik Potenzial für Privatuni-Studien in diesem Bereich.





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Studium, Privatuniversität

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Dokument erstellt am 2017-06-20 12:26:41
Letzte nderung am 2017-06-20 12:28:06



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