• vom 24.07.2017, 09:36 Uhr

Uni

Update: 24.07.2017, 10:49 Uhr

Studienverläufe

An Unis hat nach 7 Jahren nur jeder Zweite Abschluss




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Von WZ Online, APA

  • Das zeigt eine kürzlich in Wien präsentierte Erhebung des Instituts für Höhere Studien (IHS) über Studienverläufe und -zufriedenheit.

Während an den Unis die Kurve der Abschlüsse im Laufe der Semester relativ glatt und stetig ansteigt, zeigt sich an den FH und PH ein sprunghafter Anstieg im 6. Semester, also nach Ende der Mindeststudiendauer.

Während an den Unis die Kurve der Abschlüsse im Laufe der Semester relativ glatt und stetig ansteigt, zeigt sich an den FH und PH ein sprunghafter Anstieg im 6. Semester, also nach Ende der Mindeststudiendauer.© Grafik: APA, Schmitt Während an den Unis die Kurve der Abschlüsse im Laufe der Semester relativ glatt und stetig ansteigt, zeigt sich an den FH und PH ein sprunghafter Anstieg im 6. Semester, also nach Ende der Mindeststudiendauer.© Grafik: APA, Schmitt

Wien. An öffentlichen Universitäten hat nach sieben Jahren bzw. 14 Semester nur jeder Zweite (51 Prozent), der im Wintersemester 2008/09 ein Bachelor-Studium begonnen hat, einen Abschluss in der Tasche, das muss nicht unbedingt im begonnenen Studium sein. An den Fachhochschulen (FH) und Pädagogischen Hochschulen (PH) sind es dagegen drei von vier (FH: 75 Prozent, PH: 76 Prozent nach zwölf Semestern).

Das zeigt eine kürzlich in Wien präsentierte Erhebung des Instituts für Höhere Studien (IHS) über Studienverläufe und -zufriedenheit, ein Zusatzbericht zur Studierenden-Sozialerhebung 2015. Die Wissenschafter haben dazu den Studienverlauf jedes einzelnen Studienanfängers (Bildungsinländer) des Wintersemesters 2008/09 analysiert (Sie nennen diese Berechnungsmethode "true-cohort"). Dies sei methodisch sauberer als etwa Anfängerzahlen eines Jahres mit Absolventenzahlen nach der Mindeststudiendauer zu vergleichen.

Mit dieser Methode zeigt sich, dass man aus der Zahl der Abschlüsse nicht einfach auf die Drop-Out-Quote rückschließen - also im konkreten Fall angesichts von 51 Prozent Abschlüssen auf 49 Prozent Abbrecher - hochrechnen kann. Denn nach 14 Semestern ist noch fast ein Fünftel (19 Prozent) inskribiert - "und davon schließen auch noch welche ab, wahrscheinlich etwa die Hälfte davon", so Bianca Thaler, eine der Studienautorinnen. Tatsächlich völlig mit dem Studieren aufgehört haben nach sieben Jahren 30 Prozent.

Abschlusskurve steigt stetig an im Laufe der Semester

Während an den Unis die Kurve der Abschlüsse im Laufe der Semester relativ glatt und stetig ansteigt, zeigt sich an den FH und PH ein sprunghafter Anstieg im 6. Semester, also nach Ende der Mindeststudiendauer. Da haben bereits 61 Prozent an den FH und 50 Prozent an den PH ein Studium abgeschlossen. Nach sieben Jahren steigt dieser Prozentsatz an den FH auf 75 Prozent (79 Prozent bei den Vollzeit- und 65 Prozent bei den berufsbegleitenden Studiengängen), an den PH sind es 76 Prozent (nach 12 Semestern). Im Gegensatz zu den Unis ist an FH und PH nach sechs Jahren praktisch niemand mehr inskribiert.

An den FH hat bereits nach vier Semestern jeder Fünfte (20 Prozent) das Handtuch geworfen, die Abbrecherquote steigt dann bis zum 14. Semester nur mehr auf 25 Prozent. An den Unis hatten nach zwei Jahren 13 Prozent aufgehört, dieser Anteil steigt aber im Laufe der Studienjahre stetig auf 30 Prozent. Ähnlich an den PH (11 Prozent Drop-Outs nach zwei Jahren), wo allerdings die Studienabbruchquote nach zwölf Semestern bei 19 Prozent liegt.

Blickt man noch weiter zurück, auf die Anfänger eines Diplomstudiums an einer Uni im Wintersemester 2003/04 zeigen sich ähnliche Studienverläufe: Nach 14 Semester liegt die Erfolgsquote bei rund 40 Prozent, steigt aber nach 24 Semester bzw. zwölf Jahren auf immerhin 62 Prozent. Und selbst nach dieser langen Zeit sind noch immer sieben Prozent der Anfänger des Jahres 2003/04 inskribiert und "es gibt Personen, die im 23. oder 24. Semester einen Abschluss machen", so Thaler.

Frauen schließen schneller ab

Nach Geschlechtern betrachtet schließen Frauen öfter und schneller ab als Männer, entscheiden sich aber früher dazu abzubrechen. Je älter man bei der Erstzulassung ist, desto geringer sind die Erfolgsquoten, wobei es hier große Unterschiede zwischen den Fächern gibt. Besonders ausgeprägt ist dieses Phänomen bei "Jus", "dort braucht man kaum noch anfangen, wenn man über 21 Jahre alt ist, ab diesem Alter schließen nur noch fünf Prozent ab", so Studienautor Martin Unger.

Studienanfänger, die eine berufsbildende höhere Schule (BHS) abgeschlossen haben und ein facheinschlägiges Studium beginnen, haben oft höhere Erfolgschancen als AHS-Absolvente. Dies zeigt sich stark in ingenieurwissenschaftlichen Studien, aber auch in Sozial-und Wirtschaftswissenschaften und selbst in Medizin. Studenten, die mit einer Berufsreife- oder Studienberechtigungsprüfung an die Uni gekommen sind, haben dagegen deutlich geringere Erfolgsquoten.

Große Unterschiede gibt es auch zwischen jenen, die im Winter-oder Sommersemester zu studieren beginnen: letztere haben deutlich höhere Abbruchquoten. Sie seien beim Studienbeginn meist älter und kämen oft über den zweiten Bildungsweg an die Uni, erklären sich die Studienautoren dieses Phänomen.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-07-14 14:37:05
Letzte ńnderung am 2017-07-24 10:49:10



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