• vom 14.09.2017, 16:55 Uhr

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30 Millionen Euro für Campus Akademie in Wiens Innenstadt




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  • Akademie der Wissenschaften erhält Zuschlag für Sanierung des Alten Universitätsviertels: inhaltlicher Schwerpunkt Geisteswissenschaften.

Sie legen gemeinsam Hand an: Wissenschaftsminister Mahrer und ÖAW-Präsident Zeilinger beim symbolischen Spatenstich. - © ÖAW

Sie legen gemeinsam Hand an: Wissenschaftsminister Mahrer und ÖAW-Präsident Zeilinger beim symbolischen Spatenstich. © ÖAW

Wien. (est) Wo heute Gräser wuchern, sollen sich künftig Wissenschafter aus aller Welt austauschen: Die Rede ist vom Innenhof des Alten Universitätsviertels zwischen den alten Uni-Gebäuden und der Jesuitenkirche in der Wiener Innenstadt. Der Plan: Gartengestaltung statt Verwilderung, Modernisierung der umgebenden Verwaltungsgebäude und Renovierung zu Seminar- und Veranstaltungsräumen. 30 Millionen Euro nimmt das Wissenschaftsministerium für die neue Campus Akademie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in den nächsten drei Jahren in die Hand. Das gaben Wissenschaftsminister Harald Mahrer und ÖAW-Präsident Anton Zeilinger am Donnerstag bekannt.

Mit dem Geld sollen das denkmalgeschützte ÖAW-Hauptgebäude am Dr. Ignaz Seipel-Platz, das Verwaltung und ÖAW-Institute beherbergt, und das in unmittelbarer Nähe befindliche Alte Universitätsviertel in der Postgasse saniert werden. Zu den bestehenden 200 Arbeitsplätzen sollen weitere 250 geschaffen werden. Die neuen Räumlichkeiten in der Postgasse werden vor allem für die geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungseinrichtungen der ÖAW zur Verfügung stehen.


Für Zeilinger ist das Alte Universitätsviertel "wahrscheinlich eines der besten Ensembles in Wien", das nun zu einem "neuen Zentrum der Wissenschaft für die breite Öffentlichkeit werden soll. Wir wollen besonders junge Menschen der Generation Facebook ansprechen", sagte er. "Das Viertel soll im Sinne eines Open-Innovation-Ansatzes geöffnet werden", betonte Mahrer. Für welche konkreten Forschungsfragen Open Innovation-Methoden angewandt werden sollen, gab er nicht an: "Die Vorgangsweise erfolgt im Einklang mit der Open Innovation-Strategie der Regierung."

Barockes Juwel
Auch Zeilinger gab sich zur detaillierten Bespielung vorerst bedeckt. Als fixen Plan erwähnte er jedoch, dass ein über Jahrzehnte vernachlässigtes barockes Juwel wieder öffentlich zugänglich gemacht werden soll: die alte Universitätsbibliothek mit ihrem eindrucksvollen Deckenfresko der Profanen Wissenschaften. Der Saal wurde nach der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 zur Uni-Bibliothek, wechselte Anfang des 20. Jahrhunderts zur Postsparkasse und wurde danach jahrelang vom Polizeisportverein als Tischtennishalle genutzt. Die ÖAW will nun eine Bibliothek für ihre wissenschaftshistorische Sammlung schaffen und diese auch als weiteren Veranstaltungsraum nutzen.

Mahrer erklärte zudem, dass die Verhandlungen für die Leistungsvereinbarung 2018-2020 mit der Akademie vor dem Abschluss stehen. Er rechne mit einem Budgetplus von 30 Millionen Euro für die ÖAW. Zudem soll ein Fonds für besonders innovative Projekte mit 10 Millionen Euro dotiert werden, für den laut Zeilinger Projekte eingereicht werden können, die in der Campus Akademie umgesetzt werden könnten.

37 der rund 200 bisher an Österreich vergebenen ERC-Grants für Top-Wissenschaft konnten bisher von ÖAW-Forschern eingeworben werden. Mahrer will nun Anreize für Top-Forscher aus dem Ausland setzen und die ohnehin hoch dotierten Grants mit öffentlichen Mitteln verdoppeln. Die Finanzierung könnte teilweise aus den Exzellenz-Mitteln aus dem erhöhten Uni-Budget stammen.




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Dokument erstellt am 2017-09-14 17:00:20



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