• vom 30.09.2014, 18:17 Uhr

Uni

Update: 01.10.2014, 11:16 Uhr

Studiengebinn

Nicht alle sind willkommen




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Von Bettina Figl

  • Studenten aus Drittstaaten dürfen nicht arbeiten, aber die ÖH verhandelt mit dem Sozialministerium.

Studierende warten im Hauptgebäude der Universität Wien auf die Zulassung zur Studienzulassung.

Studierende warten im Hauptgebäude der Universität Wien auf die Zulassung zur Studienzulassung.© WZ/Andreas Pessenlehner Studierende warten im Hauptgebäude der Universität Wien auf die Zulassung zur Studienzulassung.© WZ/Andreas Pessenlehner

Wien. Sie kommen aus Japan, den USA oder Israel. Sie studieren in Wien, Graz oder Innsbruck. Und sie zahlen für ihr Studium doppelt oder dreifach so viel wie ihre österreichischen Kommilitonen. Die Rede ist von Studierenden aus Drittstaaten, die derzeit nur eingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt haben. Im Bachelor dürfen sie zehn Stunden, im Masterstudium maximal 20 Stunden jobben, jeweils pro Woche. Das mache es ihnen besonders schwer, ihr Studium selbst zu finanzieren, kritisiert die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH).

Die ÖH traf am Dienstag - einen Tag vor Beginn des neuen Studienbeginns - auf Sozialminister Rudolf Hundstorfer. Im ersten Gespräch soll der Minister Problembewusstsein gezeigt haben, heißt es aus der ÖH. Im Sozialministerium war niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Information

Generell bezahlen die meisten Studierenden keine Studiengebühren,
363,63 Euro pro Semester bezahlen Studierende, die einen
Studienabschnitt um mehr als zwei Semester überschreiten. Studierende
aus Drittstaaten (Nicht-EU- oder -EWR-Staaten) müssen doppelte
Studiengebühren in der Höhe von 727,26 Euro pro Semester bezahlen. Die Leistungsvereinbarungen
wurden im Zuge des Universitätsgesetzes (UG) 2002 eingeführt. Das
Wissenschaftsministerium verhandelt dabei mit den einzelnen
Universitäten über den Einsatz der Mittel, es werden aber auch
gesellschaftliche und bildungspolitische Ziele vereinbart.


Man sei in diesem Punkt "offen und gesprächsbereit" heißt es auch aus dem Büro des Wissenschaftsministers auf Anfrage der "Wiener Zeitung". Dort spricht man von einer "Willkommenskultur", betont jedoch, die Zuständigkeit liege im Sozialministerium. Dass "eine zügige Ausbildung" sinnvoller sei als "ein sich über Jahre hinziehendes Studium mit eher schlecht entlohnten Studentenjobs", hatte Hundstorfer zuvor dem "Standard" gesagt. "Das geht an der Realität der Studierenden vorbei", entgegnet die ÖH und nennt Fälle von syrischen Flüchtlingen, die in Österreich studieren, während ihre Familie auf der Flucht ist und sicher kein Geld schicken kann.

Ebenfalls am Dienstag haben die Neos einmal mehr Studiengebühren gefordert. Konkret sollen die Universitäten Gebühren zwischen null und 1500 Euro autonom einnehmen dürfen, so der Vorschlag der Pinken. Bezahlt werden soll nach dem Studium und auch nur ab einer bestimmten Einkommenshöhe.

ÖH: Autonome Gebühren
sind "kompletter Wahnsinn"

"Studiengebühren sind derzeit kein Thema", heißt es dazu aus dem Wissenschaftsministerium. "Die Obergrenze ist der komplette Wahnsinn", sagt Viktoria Spielmann vom ÖH-Vorsitzteam. Schließlich habe der Verfassungsgerichtshof die autonomen Studiengebühren für verfassungswidrig erklärt. "Das ist das gleiche Modell, das die Neos immer präsentieren, nur dass es mit dem ,Drei-Stufen-Modell‘ einen neuen Namen hat", so Spielmann.

Doch die Frage der Finanzierung der Universitäten bleibt, nun soll bald das nächste Uni-Budget fixiert werden. "Das Budget wird bis Jahresende das Hauptthema sein", heißt es dazu aus dem Büro von Heinrich Schmidinger, Chef der Universitätenkonferenz (uniko).

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Schlagwörter

Studiengebinn, Drittstaaten

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2014-09-30 18:20:04
Letzte ─nderung am 2014-10-01 11:16:43



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