
"Wiener Zeitung":Am Dienstag hat sich der Senat der Uni Salzburg mehrheitlich gegen die Wiedereinführung der Studiengebühren ausgesprochen. War das auch ein Votum gegen Ihre Uni-Politik?
Heinrich Schmidinger: In gewisser Weise schon. Ich habe mich lange dafür eingesetzt, dass die Entscheidung anders ausgeht. Dass sie nicht so ausgegangen ist, nehme ich zur Kenntnis. Viel Verständnis habe ich dafür nicht.
Das merkt man auch an Ihrer Reaktion: Sie haben im Gegenzug ein 1,5-Millionen-Euro-Sparpaket angekündigt, das die Hochschülerschaft als "persönlichen Rachefeldzug" wertet. Was wären die Konsequenzen ohne Sparpaket?

Es empört mich, dass die ÖH das so bezeichnet. Ich habe seit Beginn der Diskussion immer gesagt, dass wir dieses Geld einsparen müssen, wenn wir die Studienbeiträge nicht mehr einheben dürfen und dadurch einen Verlust von 1,5 Millionen Euro haben. Wir erreichen gerade knapp ein ausgeglichenes Ergebnis, ein Defizit in dieser Größenordnung kann ich nicht verantworten.
Sie wären nicht die einzige Uni mit Finanzproblemen.
Deshalb kann ich trotzdem nicht einfach sehenden Auges in ein Defizit hineingehen. Ich weiß ja gar nicht, wie die Situation 2013 oder 2014 ist. Wenn wir dann weiterhin keine Einnahmen aus den Studiengebühren haben, dann addiert sich das Defizit. Wer soll das bezahlen? So wie ich die Lage einschätze, wird es - abgesehen von den zugesagten Mitteln - für den tertiären Sektor im Bundeshaushalt nichts mehr geben.
Wie soll das Sparpaket im Detail ausgestaltet sein?
Wir haben bisher immer Prämien für Prüfungsleistungen und Begutachtungen bezahlt. Darauf gibt es keinen gesetzlichen Anspruch, das geschah auf freiwilliger Basis. 2012 können wir uns das nicht mehr leisten. Außerdem haben wir einen Reservetopf, aus dem zum Beispiel Druckkostenzuschüsse bezahlt, Tagungen und Exkursionen unterstützt werden. Über die Vergabe entscheidet der Rektor - ich habe diesen Topf bis auf weiteres gesperrt. Bis auf die vereinbarten Neuberufungen können wir uns im Herbst keine weiteren leisten. Sollte das nicht genug greifen, muss ich auch zeitweise einen Aufnahmestopp verhängen.