Wien. Kritik an der Personalpolitik von Unterrichtsministerin Claudia Schmied gibt es nun auch im Zusammenhang mit der Pädagogischen Hochschule (PH) Wien. Hier hatte Schmied am Freitag Ruth Petz zur Rektorin ernannt. Die frühere Abteilungsleiterin im Wiener Stadtschulrat gilt als Kandidatin der Wiener SPÖ. Als Favoritin Schmieds war im Vorfeld die Innsbrucker Bildungswissenschafterin Ilse Schrittesser kolportiert worden. Schrittesser bezeichnete die Personalentscheidung am Samstag im Ö1-Mittagsjournal als Schritt der Hochschule in Richtung "parteipolitischer Einfluss".
Schrittesser, sie ist Institutsleiterin für Lehr- und Lernforschung an der Universität Innsbruck, gibt an, zur Bewerbung eingeladen worden zu sein. "Selber wäre ich auf diese Bewerbung gar nicht gekommen, wenn man mir nicht in Aussicht gestellt hätte, dass es hier viel Gestaltungsspielraum und viele Möglichkeiten gibt, die Lehrerbildung, die in Österreich auf gute Beine gestellt gehört, neu und wesentlich mitzugestalten", sagte Schrittesser. Sie geht davon aus, dass sich bei der Entscheidung für Petz der Wiener Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch durchgesetzt hat. "Oxonitsch hat mir gerade heraus gesagt, dass er eine wissenschaftliche Orientierung einer Lehrerbildung gar nicht für vorrangig hält", so Schrittesser.