• vom 31.05.2013, 17:16 Uhr

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Update: 31.05.2013, 17:29 Uhr

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Aufschrei der Fachhochschulen




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Von Bettina Figl

  • Mehr Plätze, mehr Geld, neuer Entwicklungsplan gefordert
  • Wissenschaftsministerium: "FHs können Studienbeiträge einheben."



Überfüllte Hörsäle findet man an den FHs nicht, hier gibt es seit jeher Zugangsregelungen.

Überfüllte Hörsäle findet man an den FHs nicht, hier gibt es seit jeher Zugangsregelungen.© apa Überfüllte Hörsäle findet man an den FHs nicht, hier gibt es seit jeher Zugangsregelungen.© apa

Wien. Der Sommer rückt näher, und damit läuft der Fachhochschul-Entwicklungsplan aus. Auf ein solches mehrjähriges Planungsdokument können im Hochschulsektor nur die Fachhochschulen (FH) zurückgreifen - aber nicht mehr lange. "Wir wissen nicht, wie es ab 2015 weitergehen soll", sagt Helmut Holzinger, Präsident der Österreichischen Fachhochschul-Konferenz. Denn einen neuen Studienplan zu erstellen, benötige zwei Jahre Vorlaufzeit. Bei einer Pressekonferenz in der Arbeiterkammer (AK) Wien am Freitag verlangte er, die Zahl der Studienplätze an FHs bis 2020 von derzeit 41.000 auf 60.000 zu erhöhen und den Fördersatz pro Studienplatz, der derzeit im Schnitt 7000 Euro beträgt, auf 7500 Euro anzuheben.

"Töchterle ist säumig"
Den "massiven Ausbau" des FH-Sektors und einen neuen Fachhochschulplan bis zum Sommer fordert auch Rudolf Kaske, Präsident der Arbeiterkammer, und holt überdies zum Angriff gegen den Wissenschaftsminister aus: "Trotz mehrfacher Beteuerung bleibt Töchterle bei Finanzierung und Ausbau säumig", so Kaske, und: "Es ist untragbar, dass an den FHs von 55.000 Bewerbern 39.000 weggeschickt werden müssen."


Dass hinter dem plötzlichen Aufschrei auch Wahlkampf-Kalkül stecken könnte, legt eine Pressekonferenz vor knapp zwei Monaten nahe: Damals hatten Holzinger und Töchterle gemeinsam den Ausbau der FHs angekündigt; 4000 neue Studienplätze sollen bis 2015 geschaffen werden, Kostenfaktor: 40 Millionen Euro. Im Wissenschaftsministerium versteht man die aktuelle Aufregung jedenfalls nicht: "Wir sind mit der Hochschul-Konferenz in Kontakt, es finden laufend Gespräche zum Entwicklungsplan statt", so eine Sprecherin zur "Wiener Zeitung". Ob der Plan noch vor dem Sommer steht, könne sie derzeit nicht sagen: "Das hängt von den laufenden Gesprächen ab." In einer Aussendung ließ Töchterle wissen, aktuell laufe die dritte Ausschreibungsrunde und: "Wir bauen die FHs gezielt aus."

Zusätzlich zum Ausbau fordert Holzinger die Aufstockung der Fördermittel vom Bund von 7000 Euro auf 7500 Euro pro Studienplatz. Seit 2009 sei keine Anpassung erfolgt, die Kosten seien jedoch um rund 7,5 Prozent gestiegen. Dazu heißt es aus dem Wissenschaftsministerium: "Die 40 Millionen Euro waren für zusätzliche Plätze bestimmt, nicht für den Ausbau bestehender", und: "Die FHs haben die Möglichkeit, Studienbeiträge einzuheben, das tun noch nicht alle." Und mit dem jüngsten Urteil des Obersten Gerichtshofes (OGH) im Mai könnten die Studiengebühren wieder einmal Wahlkampfthema werden.

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Dokument erstellt am 2013-05-31 17:20:07
Letzte ńnderung am 2013-05-31 17:29:06