• vom 28.11.2012, 17:27 Uhr

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Keynote-Speaker des Symposiums der MedUni Wien: "Innovation entsteht, wo man sie nicht erwartet"

Keine geklonten Ideen


Von Bettina Figl

  • Das "Old Boys Network" schade der Wissenschaft, kritisieren Expertinnen.

Die fehlenden Frauen in der Wissenschaft behandelt die MedUni Wien in ihrem Symposium. - fotolia

Die fehlenden Frauen in der Wissenschaft behandelt die MedUni Wien in ihrem Symposium. fotolia

Wien. Die tägliche Einnahme von Aspirin soll ab einem gewissen Alter gesund sein und Herzinfarkten vorbeugen, wird durch eine Studie untermauert - diese wurde allerdings nur an Männern durchgeführt. Wohin die Exklusion von Frauen in der Forschung führen kann, zeigt dieses Beispiel von Teresa Rees, Professorin für Sozialwissenschaft an der britischen Universität Cardiff.

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Rees ist Keynote-Speakerin des Symposiums, das heute an der Medizinischen Universität Wien stattfindet (siehe Wissen). Das Ungleichgewicht der Geschlechter ist für Rees an den Unis offensichtlich: Europaweit haben lediglich 18 Prozent der Professuren Frauen inne. Darunter leide die Wissenschaft, daher sei es auch im Interesse der Europäischen Kommission, der mangelnden Rekrutierung und Förderung von Frauen auf den Grund zu gehen, so Rees zur "Wiener Zeitung".

Ihre Untersuchungen - die sie auch im Zuge ihrer Beratungstätigkeit in der Generaldirektion für Wissenschaft und Forschung der Europäischen Kommission durchgeführt hat - hätten gezeigt, dass Berufungen in der Wissenschaft oft inoffiziell ablaufen. "Die Prozedere sind manchmal nicht sehr transparent, Menschen empfehlen Menschen, die sie kennen" - und das wirke sich negativ auf die Wissenschaft aus: "Klone produzieren geklonte Ideen", so Rees.

"Viele Frauen merken im Laufe ihrer Karriere, dass sie andere Möglichkeiten haben als ihre männlichen Kollegen", sagt Karoline Rumpfhuber, daher richte sich das Symposium an Beschäftigte der MedUni Wien genauso wie an die Öffentlichkeit, so die Kongress-Mitorganisatorin.

Rumpfhuber ist Referentin für Gender Mainstreaming an der MedUni, in ihrem Vortrag "Exzellenzmatrix und der Weg zur Professur" (13.30 Uhr) wird das laufend in Überarbeitung befindliche Bewerbungsverfahren für Professuren ("Berufung") in Hinblick auf geschlechterspezifische Ausschlussprinzipien kritisch unter die Lupe genommen. "Die Stellenausschreibungen waren meist sehr vage gehalten", und dies habe Seilschaften und "Old Boys Networks" begünstigt, so Rumpfhuber, "allerdings wurden an der MedUni Wien in den letzten Jahren Maßnahmen für mehr Transparenz bei Berufungen gesetzt." Konkret werden Schulungen für Mitarbeiter und Bewerberinnen angeboten und externe Beobachter eingesetzt. Dennoch: "Obwohl 55 Prozent der Absolventen Frauen sind, werden sie auf jeder Karrierestufe weniger", so Karin Gutiérrez-Lobos, Vizerektorin für Lehre, Gender und Diversity an der MedUni Wien, die auch auf einen Frauenförderplan und eine Vätergruppe setzt und Mentoring-Programme anbietet.




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Dokument erstellt am 2012-11-28 17:32:05


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