• vom 05.06.2012, 09:59 Uhr

Konjunktur

Update: 05.06.2012, 10:42 Uhr
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Internationale Insolvenzprognose 2012

Massiver Anstieg von Insolvenzen in Südeuropa erwartet


Von Kid Möchel

  • Prognose des Kreditversicherers Prisma.

In Griechenland und Portugal steigen die Insolvenzen um 25 Prozent, in
Spanien um 20 Prozent. In den USA gehen die Pleiten deutlich zurück:
minus 15 Prozent.


In den Krisenländern Europas müssen zahlreiche Unternehmen zusperren. - apa/Georg Hochmuth

In den Krisenländern Europas müssen zahlreiche Unternehmen zusperren. apa/Georg Hochmuth

Wien. Die Schuldenkrise in Europa hat auch massive Auswirkungen auf die Insolvenzlage. "Der Rückgang der Insolvenzen war 2011 stärker als erwartet. Die Zahl der Pleiten fiel um 4 Prozent statt den prognostizierten 3 Prozent", betont Ludwig Mertes, Vorstand der Prisma Kreditversicherung AG. "Während sich der Abwärtstrend in Nordamerika und China 2012 fortsetzt, wird in den restlichen Regionen mit einer Stabilisierung oder Zunahme gerechnet. Weltweit wird 2012 ein Anstieg von 3 Prozent erwartet." Nachsatz: "Besonders hohe Insolvenzzahlen wird es im Süden Europas geben, in Italien plus 17 Prozent, in Spanien plus 20 Prozent, in Griechenland und Portugal je plus 25 Prozent."

Während die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2011 in Österreich um 8 Prozent auf 5689 Fälle zurückgegangen ist, wird das Niveau des Insolvenzgeschehens 2012 auf dem des Vorjahrs bleiben. Die Experten rechnen in diesem Jahr mit einer Konjunkturdelle und erwarten 2013 eine Beschleunigung des Wachstums.

Für Mertes ist 2012 ein Jahr voller Höhen und Tiefen. "Die Erholung von 2011 setzt sich weiterhin fort, wenn auch etwas langsamer als in 2010", meint Mertes. "Nach den neuesten Studien von Euler Hermes und PRISMA Kreditversicherung dürfte die Weltwirtschaft 2012 um 2,6 Prozent wachsen, mit Ausnahme der Eurozone." Nachsatz: "Dort steht Rezession auf der Tagesordnung. Die Sparpolitik in Ländern wie Italien, Griechenland und Spanien ziehen die Nachbarländer in Mitleidenschaft." Erst 2013 werde die Dynamik in allen Regionen wieder zunehmen. Das Weltwirtschaftswachstum soll dann bei  3,1 Prozent liegen.

DIE PRISMA-ANALYSE DER EINZELNEN LÄNDER:

Deutschland
Nach einem fast zweijährigen Aufschwung befindet sich Deutschlands Wirtschaft in einer vorübergehenden Seitwärtsbewegung. 2012 wird die Wirtschaft nur mit plus 0,9 Prozent wachsen, 2013 rechnen die Prisma-Experten wieder mit einem Plus von 1,7 Prozent. "Der Außenhandel hatte im letzten Quartal 2011 unter den negativen Entwicklungen der Eurozone gelitten", weiß Mertes. "Er sollte sich mittelfristig in bescheidenem Umfang erholen. Auch der private Konsum wird weiterhin zulegen und Deutschlands Unternehmen sind als gesund einzustufen. Neben Großbritannien ist Deutschland das einzige Land in Westeuropa, in dem es weniger Unternehmenspleiten geben wird."

Italien
Österreichs zweitwichtigster Handelspartner befindet sich seit Ende 2011 in einer Rezession. Frühindikatoren lassen erwarten, dass die Wirtschaft weiterhin schrumpft und sich gegen Ende 2012 stabilisiert. Öffentlicher und privater Konsum werden infolge von Sparmaßnahmen zurückgehen. Einzig der Außenhandel wird die Rezession abmildern. Ausgelöst durch die Schuldenkrise ist zudem mit einer Zunahme der Unternehmenspleiten zu rechnen: Lagen die Insolvenzzahlen 2011 noch bei 6 Prozent wird ein Rekordwert von 17 Prozent prognostiziert – jeweils im Vergleich zum Vorjahr.




Schlagwörter

Prisma, Insolvenzen

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-06-05 10:01:16
Letzte Änderung am 2012-06-05 10:42:43


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