• vom 01.05.2012, 18:14 Uhr

Markt

Update: 01.05.2012, 20:08 Uhr
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Das AUA-Bordpersonal wird nun fix nach gescheiterten Verhandlungen an die - billigere - Tyrolean übergeben

Umschulung auf die Kleinen



  • Ab 1. Juli werden rund 2100 AUA-Mitarbeiter zur Tyrolean überstellt.

Das Bordpersonal der AUA wird zwangsumgesiedelt.

Das Bordpersonal der AUA wird zwangsumgesiedelt.

Wien. Als eine "zukunftssichernde Maßnahme" bezeichnet AUA-Vorstandschef Jaan Albrecht die Überführung des AUA-Bordpersonals in die billigere Regionallinie (und 100 Prozent Tochter) Tyrolean. AUA-Bord-Betriebsratschef Karl Minhard nennt es dagegen die "schlechteste Lösung". Die Verhandlungen haben sich über vier Monate gezogen, doch jetzt habe die AUA-Führung jenen Betriebsübergang bekommen, "den der Vorstand immer wollte". Am Montag am Abend sind die Verhandlungen über einen Spar-Kollektivvertrag endgültig geplatzt.

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Ab 1. Juli werden knapp 600 AUA-Piloten und rund 1500 Flugbegleiter in die Tyrolean überstellt und dort als Neueintretende behandelt. Für die Piloten, die nach dem AUA-Alt-KV entlohnt wurden, sind damit die stärksten Einbußen verbunden. Die Copiloten haben weniger zu verlieren, am wenigsten die Flugbegleiter.

Tyrolean-Piloten fliegen in ihren 24 Fokker- und 14 Bombardier-Flugzeugen um 20 bis 25 Prozent billiger als die AUA-Piloten heute. Sie dürften nach dem Betriebsübergang und vorherigen Umschulungen dann auch die großen Fluggeräte von Boeing und Airbus fliegen, die jetzt nur den AUA-Leuten vorbehalten waren - und vice versa: Kleine Maschinen waren für die Tyrolean-Mannschaft reserviert.



Wie die AUA einen Tag nach der Fixierung des Betriebsübergangs bekanntgab, läuft schon seit März eine Umschulung der Piloten. In dem Lern-Pool befinden sich Piloten der Boeing 737 und (Tyrolean-)Copiloten der Fokker-Flotte.

Der Name Tyrolean bleibt fürs Erste bestehen. Es wurde aber darüber nachgedacht, ob die Firma in "Austrian Airlines Flight Operations" umgetauft werden kann.

Konzern-Kollektivvertrag
Während die Gewerkschaft sich nun mit Anwälten beraten will, denkt Vorstandschef Jaan Albrecht bereits ein paar Schritte weiter - und will einen Konzern-Kollektivvertrag für alle. Wolle man zusammen eine neue moderne und "kampfstarke" Austrian Airlines aufbauen, "müssen wir genau an dieser Stelle ansetzen: Klüfte überwinden, Argwohn beseitigen und Vertrauen wieder herstellen", schrieb Albrecht in einem Brief an die Mitarbeiter.

Die Montagabend gesetzten Schritte seien für den Fortbestand und langfristigen Weg nötig. An die AUA-Mitarbeiter appellierte Albrecht, den Betriebsübergang als Chance für einen guten, konkurrenzfähigen Job "in einer der besten Airlines der Welt".

Befürchtungen, dass es für die AUA im Lufthansa-Konzern letztlich darauf hinausläuft, dass die Langstrecke langsam zur Mutter in Frankfurt geht und die Kurz- und Mittelstrecke den Tirolern obliegt, wurden am Dienstag bei der AUA als "absoluter Blödsinn" zurückgewiesen. Der Spekulation werden die 140 Millionen Euro Kapitalzusage der Mutter Lufthansa ebenso entgegengehalten wie die Investitionen in die aktuelle Modernisierung der Langstreckenflotte. Zu einem Netzwerk-Carrier gehöre die Langstrecke.




Schlagwörter

Tyrolean, Jaan Albrecht, AUA, Luftfahrt

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-01 18:20:06
Letzte Änderung am 2012-05-01 20:08:55


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