• vom 07.09.2012, 17:59 Uhr

Markt

Update: 07.09.2012, 22:22 Uhr
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Rohstoffriese Glencore bessert Angebot für Xstrata nach



  • Übernahme würde Konzern mit 210 Milliarden Dollar Umsatz schaffen.

Ivan Glasenberg soll nach der Elefantenhochzeit von Glencore und Xstrata Chef der neuen Gesellschaft werden.

Ivan Glasenberg soll nach der Elefantenhochzeit von Glencore und Xstrata Chef der neuen Gesellschaft werden.© EPA Ivan Glasenberg soll nach der Elefantenhochzeit von Glencore und Xstrata Chef der neuen Gesellschaft werden.© EPA

Zug. (ede/reu) Der weltgrößte Rohstoffhändler Glencore hat in praktisch letzter Minute sein Übernahmeangebot für den schweizerisch-britischen Bergbaukonzern Xstrata aufgebessert. Das Angebot steigt um rund drei Milliarden Dollar auf 37 Milliarden Dollar. Der in der Schweiz ansässige Glencore-Konzern bietet nun für jedes Xstrata-Papier 3,05 eigene Aktien anstatt wie bislang 2,8 Anteilsscheine. Zudem teilte Xstrata am Freitag mit, Glencore wolle seinen Konzernchef Ivan Glasenberg auch den fusionierten Konzern leiten lassen. Bislang war diese Rolle für Xstrata-Chef Mick Davis vorgesehen.

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Der medienscheue Milliardär Glasenberg, 1957 in Johannesburg geboren, ist seit 1984 für Glencore tätig. 2001 verhalf er Mick Davis, den er schon seit der Schulzeit kennt, auf den Chefposten bei Xstrata.

Die Übernahmepläne standen wegen des Widerstands des zweitgrößten Xstrata-Aktionärs, des Golfstaats Katar, kurz vor dem Aus. Katar, mit rund zwölf Prozent an Xstrata beteiligt, hatte ein verbessertes Angebot gefordert.

Die Xstrata-Aktie legte nach Bekanntwerden der Aufstockung in London um knapp acht Prozent zu. Das Glencore-Papier stand hingegen auf der Verkaufsliste. Es verlor fast vier Prozent. Glencore hält bereits 34 Prozent an Xstrata.

Xstrata sagte wegen des neuen Angebots eine für diesen Freitag geplante Hauptversammlung ab. Zuvor hatte bereits Glencore ein ebenfalls für Freitag geplantes Aktionärstreffen kurzfristig verschoben. Neben dem höheren Angebot deuteten die Schweizer an, auch eine Änderung der Regeln für die Transaktion zu erwägen. Aus der bislang offiziell als "Zusammenschluss unter Gleichen" bezeichneten Transaktion soll nun auch formal eine Übernahme werden. Einer der größeren Anteilseigner von Xstrata, die Vermögensverwaltungsgesellschaft Standard Life, teilte umgehend mit, die Offerte zu unterstützen und auch hinter der Entscheidung zu stehen, Glasenberg den Spitzenposten zu geben. Analysten gingen davon aus, dass auch Katar das neue Angebot nicht ausschlägt. Ein Sprecher des Staatsfonds wollte sich dazu vorerst nicht äußern.

Milliardenschwere Einsparungen
Die Fusion wäre der größte Zusammenschluss in der Branche seit 2007. Glencore und Xstrata versprechen sich milliardenschwere Einsparungen und einen Vorsprung, um die massive Rohstoffnachfrage aus China und anderen Schwellenländern bedienen zu können.

Mit der Übernahme soll eine Gesellschaft mit einem Jahresumsatz von fast 210 Milliarden Dollar entstehen. Gemeinsam würden Glencore und Xstrata die gesamte Kette der Wertschöpfung von der Förderung über den Transport bis zum Verkauf von Bodenschätzen unter einem Dach vereinen und damit über eine entsprechende Marktmacht verfügen. Beide Konzerne haben vor allem aus steuerlichen Gründen ihren Hauptsitz nur wenige Kilometer voneinander entfernt im Schweizer Kanton Zug.

Zeitungsberichten zufolge soll der ehemalige britische Premierminister Tony Blair bei dem nachgebesserten Übernahmeangebot vermittelt haben. Blair arbeitet für die amerikanische Investmentbank JP Morgan, die auch Xstrata berät. Seit Juni 2007 ist er Sondergesandter des Nahost-Quartetts aus UNO, USA, EU und Russland. Blair werden gute Beziehungen zum Emirat Katar nachgesagt.




Schlagwörter

Glencore, Xtrata, Übernahme

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-07 18:06:07
Letzte Änderung am 2012-09-07 22:22:39


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