• vom 03.05.2012, 17:51 Uhr

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Fällt man tief, wenn man hoch hinauswill?


Von Barbara Ottawa

  • Hochzinsanleihen sind derzeit für viele Anleger attraktiv. Dabei darf aber weiterhin nicht das zugrunde liegende Risiko übersehen werden.



Wenn ich jemandem Geld borge, möchte ich wissen, wie wahrscheinlich es ist, dass ich es wiedersehe. Wenn nötig, möchte ich für das Risiko, das ich eingehe, eine Entschädigung haben. So funktionieren Anleihenmärkte, im Prinzip. Allerdings hat sich durch die Finanzkrise gezeigt, dass einige Schuldner für "Darlehen" vom Anleihenmarkt nur niedrige Zinsen zahlen mussten, obwohl sie heute die Schuld nicht bedienen können.

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Andererseits gibt es heute immer noch Länder, staatsnahe Betriebe und Unternehmen auf der ganzen Welt, die sich in der Krise behaupteten, jedoch weiterhin einen höheren Zinsaufschlag zahlen müssen, wenn sie Anleihen begeben. In Europa ist es zusätzlich oft so, dass Unternehmen in jenen Ländern, die von der sogenannten "Staatsschuldenkrise" betroffen sind, mit ihren jeweiligen Staaten gemeinsam auf den Skalen der Rating-Agenturen herabgestuft wurden.

Diese Bewertungsdifferenzen ("Credit Spreads"), können von Direktanlegern oder Fondsmanagern, die einzelne Anleihen auswählen und keinen Index nachbilden, zur Ertragssteigerung ausgenutzt werden. Laut Matthew Iannucci, Portfolio-Manager des UBS Short Duration High Yield Funds, haben die "Andeutungen der US-Notenbank, die Leitzinsen auf historisch niedrigem Niveau zu belassen, das Interesse an risikoreicheren Anlagen wie Hochzinsanleihen weiter unterstützt". Er gibt zu bedenken, dass sich die Emittenten von Hochzinsanleihen zumeist "am unteren Ende" der Rating-Skalas befinden und deshalb Fondsmanager die jeweiligen Firmen und deren Risiken daher genau analysieren.

Aber dennoch bleibt, wie bei allen Anleihen, das Ausfallrisiko, also die Gefahr, dass der Emittent der Anleihe nicht mehr zahlen kann.

Für James Tomlins, Fondsmanager des M&G European High Yield Bond Fund, ist das weniger ein Problem als für Einzeltitelanleger, denn er kann in seinem Fonds viele Hochzinsanleihen bündeln, sodass das Ausfallsrisiko insgesamt abgemildert ist. Tomlins zufolge ist "bei den europäischen Hochzinsanleihen ein Wirtschaftsabschwung in diesem Jahr bereits in die Bewertung eingepreist". Das bedeutet, dass die Zinsen, die europäische Unternehmen mit einem niedrigen Rating zahlen, bereits so hoch sind, als befänden wir uns schon in einer Rezession. Und nach Berechnungen von M&G würde sogar dann, wenn heuer 6 Prozent aller Unternehmen, die eine Hochzinsanleihe begeben haben, nicht zahlen können - im Normalfall liegt derzeit die jährliche Ausfallrate um 2 Prozent - die Rendite für Anleger noch immer mit 5,8 Prozent deutlich positiv sein.

Das hilft aber Anlegern nicht, die auf die falsche Hochzinsanleihe gesetzt haben. Also empfiehlt sich neben genauer Prüfung des Emittenten vor allem bei Anlagen mit höherem Risiko eine Streuung über mehrere Titel.

Barbara Ottawa ist freie Journalistin und berichtet vorwiegend über Investitionen und Pensionskassen.



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Dokument erstellt am 2012-05-03 17:56:04


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