Berlin/Paris. Der Ruf nach gemeinsamen europäischen Anleihen zur Bewältigung der Schuldenkrise wird lauter. Eine andere Lösung sei nicht mehr möglich, sagt der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts, Thomas Straubhaar. Bei richtiger Ausgestaltung könne vermieden werden, dass die solideren Staaten zum Zahlmeister werden.
Genau das befürchtet aber die deutsche Bundesregierung. Wenn Deutschland mit Pleiteländern wie Griechenland oder Spanien in einem Boot säße, würde für das Land die Kreditaufnahme teurer, so die Gegner der Eurobonds. Anton Börner, Präsident des deutschen Außenhandelsverbands, sieht hingegen keinen anderen Weg. "Die Alternative wäre: Die Märkte gehen massiv gegen Italien vor, als nächstes ist Frankreich dran, dann verlieren wir unser Triple-A und dann sind wir dran."
Beim heutigen Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy steht das Thema Eurobonds offiziell nicht auf der Tagesordnung. Die deutsche Regierung habe Eurobonds in der Vergangenheit nicht für sinnvoll gehalten und sehe darin auch jetzt nicht das geeignete Instrument, sagt Regierungssprecher Steffen Seibert. Stattdessen soll es um bessere Arbeitsmethoden, ein besseres Krisenmanagement in der Euro-Zone sowie die Umsetzung der Beschlüsse des Gipfels vom 21. Juli gehen.
Sarkozy hat die Einführung von Eurobonds vor geraumer Zeit selbst schon einmal angeregt. Und auch wenn Merkel mit ihm nicht darüber sprechen will, wird das Thema unausgesprochen im Élysée-Palast im Raum stehen.
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Bericht - Seite 21