• vom 17.04.2012, 13:04 Uhr

Wirtschaftspolitik

Update: 17.04.2012, 16:33 Uhr
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Politik und Wirtschaft atmen auf

Fitch bestätigt Österreichs Top-Bonität



  • Osteuropa und Frankenkredite als Risiko für Bestnote.

Top-Rating für Österreich - zumindest von Fitch. - APAweb/dpa/Oliver Berg

Top-Rating für Österreich - zumindest von Fitch. APAweb/dpa/Oliver Berg

Wien. Bei S&P hat Österreich seine Top-Bonität Anfang des Jahres eingebüßt. Fitch stuft Österreichs Kreditwürdigkeit aber weiterhin mit der Bestnote Triple-A (AAA) ein, der Ausblick bleibt stabil. Österreich habe solide wirtschaftliche Fundamentaldaten, eine geringe Arbeitslosigkeit und eine "relativ günstige" Fiskalposition innerhalb der Eurozone, begründete die Agentur ihre Entscheidung. Politik- und Wirtschaftsvertreter zeigten sich erfreut über die Bestätigung der Top-Bonität.

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  Die Regierung sieht sich in ihrer Budgetpolitik von der Ratingagentur bestätigt: Ohne das Konsolidierungspaket hätte es "unter Umständen" eine Abwertung durch Fitch geben können, erklärte Finanzministerin Maria Fekter in einer ersten Reaktion. Die Regierung habe aber "diese Schritte nicht gesetzt, um Ratingagenturen zu beeindrucken", betonte Vizekanzler Michael Spindelegger. Bundeskanzler Werner Faymann erwartet aufgrund der Bestätigung der Top-Bonität weiterhin "historisch niedrige" Zinsen für österreichische Staatsanleihen.

  Für Finanzstaatssekretär Andreas Schieder ist es "ein erfreuliches Zeichen, dass die sozial ausgewogene Konsolidierung des österreichischen Budgets von den Märkten und den Ratingagenturen honoriert wird". Die Industriellenvereinigung (IV) sieht die Bestätigung des Ratings als "Erfolg für den Standort Österreich", warnte aber davor, die Ratingentscheidung als "Ruhekissen" zu verstehen. Für die Wirtschaftskammer Österreich ist das Triple-A eine "Bestätigung für Leistungen unserer Unternehmen", Reformbaustellen müssten aber angegangen werden.

Stabile Wirtschaft
  Trotz der starken Fundamentaldaten, sei das Osteuropa-Exposure österreichischer Banken "signifikant, aber derzeit kein materielles Risiko für Österreichs AAA-Status", betonte Gergely Kiss, Direktor der Staatsanleihen-Abteilung bei Fitch. Eine Verschlechterung der Bilanzen der heimischen Banktöchter in Osteuropa könnte aber "Druck auf das Rating ausüben". Insgesamt verfüge das Land aber über eine entwickelte, flexible Wirtschaft und starke Institutionen. Außerdem habe Österreich die Tradition einer stabilitätsorientierten Wirtschaftspolitik.


  Laut Fitch beträgt das Nettoexposure der österreichischen Bankentöchter in Osteuropa - inklusive lokale Finanzierung - rund 30 Prozent der heimischen Wirtschaftsleistung und sei damit auf "einem kontrollierbaren Niveau" und damit "ein kleines finanzielles Risiko". "Das Exposure für österreichische Banken in Osteuropa wird weiterhin substanziell bleiben und wird sich kurzfristig nicht verändern", schreibt die Agentur in ihrem Bericht.

Nur limitierte Risiken
  Die Ratingagentur sieht die aus dem Inland stammenden Risiken für die Finanzstabilität in Österreich aufgrund der Banken-Rekapitalisierung und Verstaatlichung nur als "limitiert". Der Frankenkreditanteil an der heimischen Kreditvergabe von 30 Prozent sei aber "eine Quelle für Verwundbarkeit".

  Positiv bewertet die Agentur die heimische Budgetpolitik: Die öffentlichen Verschuldungs- und Budgetdefizit-Ziele im mittelfristigen Konsolidierungsprogramm von Februar 2012 seien "ambitionierter" als die Ziele im Stabilitätsprogramm 2011. Das kleiner als erwartete Budgetdefizit 2011 und die Vorherrschaft von Ausgabenkürzungen würden "eine günstige Ausgangsposition für die Konsolidierung" ergeben.

   Im Gegensatz zu Fitch hatte die US-Ratingagentur S&P die Bonität Österreichs und Frankreichs am 13. Jänner auf AA+ gesenkt. Die Herabstufung führte aber nicht zu dem befürchteten Anstieg der Zinsen für österreichische Staatsanleihen. Im Gegenteil: Trotz Verlust des Triple A bei S&P zahlte Österreich jüngst bei einer Auktion die niedrigsten jemals verzeichneten Zinsen. Moody's wiederum hat Österreich seine Bestnote AAA belassen, dabei aber den Ausblick auf "Negativ" gesetzt.

Nachlese:
Österreich verliert Top-Bonität bei S&P
Moody's senkt Österreichs Ausblick auf Negativ




Schlagwörter

Fitch, Bonität, Kreditwürdigkeit

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-17 13:05:47
Letzte Änderung am 2012-04-17 16:33:58


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