Rom. Im Kampf gegen Misswirtschaft in der öffentlichen Verwaltung setzt die Regierung von Premier Mario Monti auf einen Manager mit Sanierungstalent. Der Ministerrat in Rom hat am Montagabend den amtierenden Geschäftsführer des Milchkonzerns Parmalat, Enrico Bondi, zum Sonderkommissar mit dem Auftrag ernannt, die Ausgaben der öffentlichen Verwaltung beim Erwerb von Waren und Dienstleistungen so niedrig wie möglich zu halten. Der 77-jährige Bondi, der in den vergangenen Jahren den bankrotten Parmalat-Konzern saniert und ihn wieder an die Mailänder Börse gebracht hatte, wird ein Jahr im Amt bleiben, beschloss der Ministerrat.
Die Regierung plant eine weitere Reihe von Einsparungen in der öffentlichen Verwaltung mit dem Ziel, bis Ende 2013 eine ausgeglichene Bilanz vorzulegen. Die Ausgabenkürzungen sollen vor allem die Strafanstalten, das Schulwesen und die Polizei betreffen. Mit den zusätzlichen Ausgabenkürzungen will die Regierung den Italienern eine weitere Erhöhung der Mehrwertsteuer ab September ersparen.
Auch die Regierungsmitglieder und die Ministerien sollen laut dem italienischen Regierungschef einem strikten Sparkurs unterzogen werden. Weitere drastische Ausgabenkürzungen sind in Sicht. Die Ausgaben im Außenministerium sollen um 300 Millionen Euro gekürzt werden.