• vom 30.05.2012, 10:57 Uhr

Wirtschaftspolitik

Update: 30.05.2012, 12:05 Uhr
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EU-Kommission will kleinste Centmünzen nicht abschaffen

Europa hält am "Schotter" fest



  • EU-Parlament hatte Überprüfung des Nutzens von Ein- und Zwei-Cent-Münzen gefordert.
  • Centloses Bezahlen in mehreren Euro-Ländern längst Realität.

Wer den Cent nicht ehrt, ist den Euro nicht wert: Die EU-Kommission will jedenfalls an den kleinen Kupfermünzen festhalten. - Pixelio.de

Wer den Cent nicht ehrt, ist den Euro nicht wert: Die EU-Kommission will jedenfalls an den kleinen Kupfermünzen festhalten. Pixelio.de

Brüssel. (mei/apa) Sie sind nur 2,3 bis 3,1 Gramm schwer und maximal 19 Millimeter breit - und doch sind die beiden kleinsten Euro-Cent-Münzen vielen Europäern ein Ärgernis. Weil die im Volksmund als "Schotter" bekannten Kupfermünzen die Geldbörse eher mit Volumen als mit Wert füllen, hat das EU-Parlament vergangene Woche die EU-Kommission aufgefordert, Nutzen und Sinnhaftigkeit der Ein- und Zwei-Cent-Münzen einmal genauer zu prüfen. Die Kommission sagte zwar zu, einen Bericht zu verfassen - denkt aber im Moment nicht daran, die kleinsten Cent-Münzen aus dem Umlauf zu nehmen.

"Die EU-Kommission sollte eine Wirkungsanalyse zur weiteren Ausgabe von Ein- und Zwei-Cent-Münzen erstellen", ließ das Parlament ausrichten. Konkret wurde zur Debatte gestellt, ob Kosten und Nutzen bei den kleinen Münzen in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Denn aufgrund steigender Rohstoffpreise sind die Herstellungskosten der 21 Milliarden in Umlauf befindlichen kleinsten Kupfer-Münzen mittlerweile so hoch, dass sie den Wert der Münzen fast schon übertreffen.

EU-Kommission denkt nicht an Abschaffung
Von der EU-Kommission gab es zu Plänen einer möglichen Abschaffung nun aber ein deutliches Nein: "Derzeit erwägen wir keine Initiative, um solche Münzen aus dem Verkehr zu ziehen", sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn. Und verwies auf von Land zu Land unterschiedliche Traditionen und Gewohnheiten hinsichtlich des Umgangs mit dem "Schotter".

So werden die Cent-Münzen in einzelnen Länder der Euro-Zone  längst ignoriert, während sie in anderen Ländern Teil des täglichen Lebens sind. In Finnland etwa sind die Münzen praktisch gar nicht im Umlauf, weil sie als unpraktisch gelten. Beträge werden dort gerundet. Ähnlich handhaben Niederländer und Belgier ihr Kleingeld, das in Geschäften meist auf 10-Cent-Marken auf- und abgerundet wird. In Österreich, sowie in Ländern Südeuropas wird der Cent freilich geehrt und hat seinen Platz beim täglichen Einkauf.

"Es gibt unterschiedliche Traditionen in jedem Staat, deshalb gibt es keine Patentlösung für alle", betont der Sprecher von Rehn. Immerhin aber will man der Aufforderung des EU-Parlaments nachkommen und eine Evaluierung der kleinen Münzen einleiten, um einen Bericht abgeben zu können. Gleichzeitig verwies man im Falle einer möglichen Abschaffung auf die nationalen Regierungen, die eine derartige Entscheidung treffen müssten.

Dass es tatsächlich dazu kommt, gilt freilich derzeit als unwahrscheinlich. "Wir haben im Moment wahrlich andere Probleme, als uns mit der Abschaffung von Cent-Münzen herumzuschlagen", so ein EU-Diplomat. Schließlich ringt Europa um die Rettung des Euro. Und da wäre der Zeitpunkt für eine Abschaffung der kleinen Münzen vermutlich nicht der beste.




Schlagwörter

Cent, Euro, EU-Kommission

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-30 11:42:11
Letzte Änderung am 2012-05-30 12:05:14


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