Frankfurt. Im Kampf gegen die Eurokrise will die Europäischen Zentralbank (EZB) neues Personal einstellen und dadurch die Arbeitslast ihrer Mitarbeiter senken. Das Direktorium der Zentralbank um Notenbankchef Mario Draghi habe die Schaffung 40 zusätzlicher Stellen für das Jahr 2013 genehmigt, sagte ein EZB-Sprecher und bestätigte damit einen Bericht der "Welt". Die EZB-Gewerkschaft IPSO hatte jedoch bereits im Juli erklärt, die Schaffung lediglich mehrerer Dutzend neuer Jobs reiche angesichts der Arbeitsbelastung durch die Krise nicht aus.
In einem Brief der Gewerkschaft IPSO an EZB-Präsident Mario Draghi hatten die Arbeitnehmervertreter damals vor einem "ernsten potenziellen Risiko für das Tagesgeschäft der EZB" gewarnt. "Wir haben eine enorme Arbeitsbelastung im Haus. Die Situation ist nicht haltbar", sagte IPSO-Präsident Marius Mager.
Überstunden und hohe Arbeitsbelastung
Draghi bestätigte, das EZB-Direktorium habe über eine Aufstockung der Personalressourcen in "sehr bescheidenem" Umfang diskutiert. Einer kurz zuvor veröffentlichten Umfrage von IPSO zufolge verspüren rund 80 Prozent der EZB-Belegschaft derzeit eine hohe Arbeitsbelastung. Nach Ansicht von drei Vierteln der Zentralbanker handelt es sich dabei um eine anhaltende und keine kurzfristige Belastung. Ebenfalls rund drei Viertel der EZB-Belegschaft machen derzeit Überstunden.
Seit Beginn der Finanzkrise 2008 hat die Europäische Zentralbank (EZB) immer mehr Aufgaben übernommen. In den Krisen der vergangenen Jahre habe die EZB immer mehr Aufgaben übernommen, ohne dass Personal eingestellt worden wäre.