• vom 16.03.2015, 16:34 Uhr

Ausbildung & Arbeitswelt

Update: 17.03.2015, 20:43 Uhr

Flüchtlinge

Flüchtlinge im Lehrbetrieb: Eine Win-win-Situation 




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Von Eva Zelechowski

  • Mit einer Kombination aus Ausbildung und Betreuung vermittelt der Verein "lobby.16" junge Flüchtlinge an Lehrbetriebe. Ein Konzept, das aufgeht.

Der 23-jährige "DJ" kam vor sieben Jahren aus Afghanistan nach Österreich. Heute ist er im zweiten Lehrjahr bei der Baufirma PORR.  - © Wiener Zeitung / Eva Zelechowski

Der 23-jährige "DJ" kam vor sieben Jahren aus Afghanistan nach Österreich. Heute ist er im zweiten Lehrjahr bei der Baufirma PORR.  © Wiener Zeitung / Eva Zelechowski

2010 hat Samir aus Afghanistan seine Lehre bei T-Mobile begonnen und im Juli 2013 die Lehrabschlussprüfung mit ausgezeichnetem Erfolg bestanden. Dass er eine Bereicherung für seine Kolleginnen und Kollegen ist, kann seine Shop-Managerin nur bestätigen: "Samir spricht fließend Englisch, Französisch und Persisch, damit ist er uns eine große Unterstützung, wenn wir fremdsprachige Kunden im Shop betreuen."

2010 hat Samir aus Afghanistan seine Lehre bei T-Mobile begonnen und im Juli 2013 die Lehrabschlussprüfung mit ausgezeichnetem Erfolg bestanden. Dass er eine Bereicherung für seine Kolleginnen und Kollegen ist, kann seine Shop-Managerin nur bestätigen: "Samir spricht fließend Englisch, Französisch und Persisch, damit ist er uns eine große Unterstützung, wenn wir fremdsprachige Kunden im Shop betreuen." 2010 hat Samir aus Afghanistan seine Lehre bei T-Mobile begonnen und im Juli 2013 die Lehrabschlussprüfung mit ausgezeichnetem Erfolg bestanden. Dass er eine Bereicherung für seine Kolleginnen und Kollegen ist, kann seine Shop-Managerin nur bestätigen: "Samir spricht fließend Englisch, Französisch und Persisch, damit ist er uns eine große Unterstützung, wenn wir fremdsprachige Kunden im Shop betreuen."

Wien. "Am Anfang war ich ein bisschen skeptisch. Heuer stocken wir von 22 auf 34 Lehrlinge auf. Weil es so gut läuft." Günter Hell ist Leiter der Lehrlingsausbildung bei den ÖBB. Die Lehrlinge, über die Hell so begeistert spricht, wurden ihm vom Verein "lobby.16" vermittelt. Alle haben sie eines gemeinsam: Sie sind unbegleitete Minderjährige, die als Kinder oder Jugendliche "aus komplett zerrütteten Gesellschaften ohne Strukturen nach Österreich - häufig ohne Schulbildung - nach Österreich kamen, erzählt Irmgard Kischko, Mitgründerin von lobby.16, im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".

Die Wirtschaftsjournalistin betreute vor einigen Jahren, genau wie die heutige Geschäftsführerin des Vereins lobby.16, Veronika Krainz, als Patin junge Flüchtlinge. Irgendwann war klar, dass Behördengänge und das Erlernen der deutschen Sprache nicht ausreichten. "Ich habe mich gefragt: Was wollen und brauchen die Jugendlichen für eine gesicherte Zukunft in Österreich wirklich?". Die Antwort: Eine reale Ausbildung. Die Voraussetzung, die die Flüchtlinge für einen Lehrantritt erfüllen müssen, ist subsidiäre Schutzberechtigung oder Asyl als Status.


Ausbildung als Schlüssel
Ohne Ausbildung hätten die jungen Menschen keine Chance auf dauerhafte Arbeit. Auch der Zugang zu einer fremden Gesellschaft finde sich durch Ausbildung und Beruf wesentlich leichter. Durch ihre Arbeit hatte Irmgard Kischko die nötigen Kontakte zu Betrieben, deren Lehrlingsreferenten sie für das ambitionierte Ausbildungsprojekt begeistern wollte.

Und die sind nicht nur von den motivierten "lobby.16-Lehrlingen" überzeugt, sondern auch von der Arbeit des Vereins. "Uns gefällt das ganzheitliche und integrative Konzept von lobby.16", sagt Alexandra Pattmann, Lehrlingsbeauftragte des Kommunikationskonzerns T-Mobile, der seit 2010 insgesamt 15 Jugendlichen über das Projekt aufgenommen hat. Unterrichtet werden die jungen Flüchtlinge zuerst in Basisbereichen wie Deutsch, Englisch und Mathematik, sie erhalten außerdem EDV-Workshops und gleichzeitig ein Schnupper-Praktikum, an das sie - wenn alles gut läuft - mit einer Lehre anknüpfen können.

Vorher sprechen die jungen Menschen mit der Psychologin Daniela Albl über ihre Interessen und Vorstellungen zum Beruf. "Dann schauen wir, was wir machen können", sagt Kischko. Am meisten gefragt sind bei den hauptsächlich männlichen Jugendlichen technische Berufe. Diese Kombination hat sich als Erfolgsrezept herausgestellt.

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Dokument erstellt am 2015-03-16 16:38:05
Letzte nderung am 2015-03-17 20:43:46



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