• vom 28.03.2017, 11:42 Uhr

Ausbildung & Arbeitswelt

Update: 28.03.2017, 12:14 Uhr

Integration

Massive Probleme ohne Deutschkenntnisse




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Von WZ Online, APA

  • Einer Wifo-Studie zufolge sei die Arbeitsmarktintegration hierzulande zwar gut gelungen, bei Bildung und Wohnen sieht es hingegen düster aus.

Ohne sprachliche Fähigkeiten werde die Integration am Arbeitsmarkt erschwert, heißt es in der Wifo-Studie. - © APAweb, dpa, Sebastian Willnow

Ohne sprachliche Fähigkeiten werde die Integration am Arbeitsmarkt erschwert, heißt es in der Wifo-Studie. © APAweb, dpa, Sebastian Willnow

Wien. Menschen mit Migrationshintergrund, die gut deutsch können und aus der EU kommen, haben am Arbeitsmarkt kaum schlechtere Chancen als Inländer. Besonders schwierig ist die Situation hingegen für Personen mit türkischen Wurzeln sowie für Zuwanderer von außerhalb Europas, so das Ergebnis einer heute präsentierten Wifo-Studie.

Die Integration am Arbeitsmarkt sei Österreich als eines jener Länder, die besonders Menschen mit geringerer Bildung angezogen haben, im internationalen Vergleich gut gelungen. Düster schaue es hingegen bei Bildung und Wohnen aus.

"In den allermeisten OECD-Ländern sind im Ausland geborene Haushalte bedingt durch ihr geringeres Einkommen, ihre höhere Arbeitslosigkeit, aber
auch durch einen schlechteren Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten seltener als im Inland Geborene Eigentümer ihrer Wohnung, leben
häufiger in beengten Wohnverhältnissen und geben auch häufiger mehr als 40% ihres verfügbaren Einkommens für Wohnungskosten aus (und leben daher mit belastenden Wohnkosten)", heißt es in der Studie.

Die Beschäftigungsquote unter den im Ausland Geborenen in Österreich war im Jahr 2012 um 7,2 Prozentpunkte niedriger als unter den im Inland Geborenen. Am geringsten ist die Erwerbsbeteiligung bei Menschen, die im Alter zwischen 15 und 24 Jahren nach Österreich zuwanderten. "Dies steht im Einklang mit einer Reihe von internationalen Studien, die insbesondere bei den im Alter von 14 bis 18 Zuwandernden Integrationsprobleme sehen", schreibt das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo).

Mehr Schulabbrecher unter Zuwanderern

Weiters halten die Experten fest: "Die Erwerbsintegration fällt für Menschen, die aus Asylgründen zuwanderten, und für Familienmigranten deutlich schlechter aus als für Arbeitsmigranten."

Der Anteil derer, die früh die Schule verlassen, ist unter den im Ausland geborenen Jugendlichen um 11,5 Prozentpunkte höher als unter den im Inland geborenen Personen. "Damit sind diese Unterschiede in Österreich die höchsten unter den traditionellen Zuwanderungsländern", heißt es in der WIFO-Studie. Studienautor Peter Huber bringt es auf den Punkt: "Die zweite Generation ist nicht dort wo Bürger mit österreichischen Hintergrund sind."

Ein weiteres Problem, insbesondere bei Zuwanderern aus den neuen EU-Ländern, sei die schlechte Anerkennung von Qualifikationen, wodurch diese Menschen oft unterqualifiziert beschäftigt seien.

Auffallend sei, dass die Ungleichgewichte am Arbeitsmarkt zwischen inländischen und ausländischen Frauen größer seien als zwischen Männern mit und ohne Migrationshintergrund.

Fazit des Wifo: "Der internationale Vergleich zeigt, dass Österreich bei der Integration von Migranten und Migrantinnen keiner der analysierten Dimensionen (Arbeitsmarkt, Bildung, Wohnen, Gesundheit, soziale Integration) im Spitzenfeld liegt."

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Schlagwörter

Integration, Wifo, Migration, Migranten

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-03-28 11:43:27
Letzte ─nderung am 2017-03-28 12:14:39



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