• vom 19.06.2013, 18:52 Uhr

Gesellschaft

Update: 19.06.2013, 18:56 Uhr

Wie kocht man Kesselgulasch und wie spricht man "Bográcsgulyás" aus?

Aber bitte mit Paprika!




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Zwischen Tradition und Moderne bewegt sich der "Wiener ungarische Arbeiterverein"

Wien. Was für den Österreicher das Grillen, ist für den Ungarn das Kesselgulyás (eigentlich "Bográcsgulyás"), das in der Regel etwas flüssiger ist als das hierzulande als Gulasch bekannte Gericht. Man nehme viel Paprika, Zwiebeln, Fleisch und weitere Zutaten, lasse diese möglichst über offenem Feuer lange einköcheln – nach einigen Stunden kann der Gourmet das perfekte Gulyás genießen. Beim bereits vierten Kesselgulasch-Festival im Böhmischen Prater zeigten am vergangenen Wochenende zahlreiche Hobbyköche, was für sie das perfekte Traditionsessen ausmacht. 29 Teams kochten "gegeneinander" auf, am Ende beurteilte eine Jury nach Geschmack, Farbe, Konsistenz und Fleischqualität und prämierte das beste Gericht. Ob das Gulasch dabei möglichst ungarischer Art war oder nicht, spielte an diesem Wochenende keine Rolle.

Beim "Wiener ungarischen Arbeiterverein", der das Spektakel jedes Jahr veranstaltet, geht nicht nur die Liebe, sondern auch die Mitgliederwerbung durch den Magen. Mit Veranstaltungen wie dem Kesselgulasch-Festival möchte Obmann József Kiss alle, die an der ungarischen Kultur interessiert sind, erreichen. Viele der um die 800 Besucher hätten ihn angesprochen und wollten wissen, was der Verein macht, erzählt er. Ob künftige Mitglieder zur Hälfte, zu einem Drittel, in erster, zweiter oder fünfter Generation oder aber auch gar nicht von Ungarn abstammen, ist im Verein egal. Sein eigener Vorgänger als Obmann, Manfred Candiago, hat anfangs selbst kaum Ungarisch gesprochen. Kiss selbst lebte bis zum Ausbruch des Krieges im damaligen Jugoslawien als ungarische Minderheit in Serbien – und emigrierte 1991 mit seiner Familie nach Österreich.

Ältester Ungarn-Verein in Wien


Seit drei Jahren leitet der 53-Jährige mit dem 1899 gegründeten "Wiener ungarischen Arbeiterverein" einen der ältesten Vereine Österreichs und den älteste ungarischen Verein im Land. "Um Politik geht es uns nicht", tritt Kiss Spekulationen über den alten Namen "Arbeiterverein" entgegen. "Vielmehr wollen wir die ungarische Kultur, die Traditionen aufrecht erhalten. Wir lieben die gemeinsame österreichisch-ungarische Kultur." Dass diese aus weit mehr als Paprika und Folkloretänzen besteht, betont er ebenfalls. Besonders für die Jüngeren sei es spannend, dass man sich bei Aktivitäten nicht nur auf die alten Traditionen versteift, sondern sich ebenso mit Pop- und Rockmusik, Kabarett oder neuen Tänzen befasst.

weiterlesen auf Seite 2 von 2



Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2013-06-19 18:53:06
Letzte ─nderung am 2013-06-19 18:56:24



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Forderungen nach Abschiebestopp für Afghanen
  2. Schwerpunkt Migration in Tiroler Landesmuseen
  3. SPD beißt mit Wunsch nach Familiennachzug auf Granit
  4. Voneinander lernen
Meistkommentiert
  1. SPD beißt mit Wunsch nach Familiennachzug auf Granit
  2. Schwerpunkt Migration in Tiroler Landesmuseen
  3. Forderungen nach Abschiebestopp für Afghanen

Werbung




Werbung


Werbung