• vom 19.09.2013, 17:37 Uhr

Gesellschaft


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Von Bernd Vasari

  • Parteien buhlen im Wahlkampf halbherzig um Migrantenstimmen
  • Drei Migranten haben eine reale Chance, in den Nationalrat einzuziehen.

Migrantinnen - im Wahlk ampf kaum präsent.

Migrantinnen - im Wahlk ampf kaum präsent.© dpa Migrantinnen - im Wahlk ampf kaum präsent.© dpa

Wien. Auch wenn sich die Parteien nur sehr zaghaft annähern. Eines steht fest: Die Gruppe der Migranten wird in diesem Wahlkampf stärker umworben als noch in den Wahlkämpfen zuvor, wie auch der Markt- und Meinungsforscher Peter Hajek beobachtet hat. Ob die Parteien bei den Migranten auch punkten, darf allerdings bezweifelt werden: "Nur durch die Art des Zugangs sieht man, dass die Politik noch nicht weiß, wie sie mit den Migranten umgehen soll", sagt er bei einer Podiumsdiskussion mit dem Thema "Migranten im Wahlkampf - unterschätze oder überschätze Größe?", veranstaltet vom Verein Wirtschaft für Integration.

Dass sich die Parteien bei dem Thema nicht ganz wohl fühlen, lässt sich auch daraus ablesen, dass mit Alev Korun (Grüne), Nurten Yilmaz (SPÖ) und Asdin El-Habbassi (ÖVP) nur drei Migranten eine reale Chance haben, nach der Wahl in den Nationalrat einzuziehen. Die Unternehmensberaterin Ksenija Andelic würde den derzeitigen Bemühungen der Politiker daher auch nicht viel abgewinnen können. Auch wenn Politiker jetzt diverse "Folklore-Veranstaltungen" besuchen würden, so würde nach der Nationalratswahl nichts davon übrig bleiben, auch weil zu wenige Politiker eine Migrationsgeschichte haben."


Caglayan Caliskan, ebenfalls Unternehmensberater, ist da anderer Meinung. Auch wenn es mehr Migranten im Nationalrat gebe, wäre das für die Qualität der Politik nicht ausschlaggebend: "Ich glaube nicht, dass das Aufstellen von 100 Personen mit Migrationshintergrund in den Parteien was an der Glaubwürdigkeit der Parteien ändern würde." Allerdings sei es wichtig, dass möglichst viele Migranten im Wahlkampf für die Parteien werben. Denn auch Wahlkampf ist Politik. Caliskan stellt aber klar, dass er von den Parteien nicht als Migrant, sondern als österreichischer Staatsbürger angesprochen werden will.

Die neue Einsicht der großen Traditionsparteien
Dass sich die Parteien - vor allem ÖVP und SPÖ - nun verstärkt um Migrantenstimmen bemühen, kommt für Peter Hajek nicht von ungefähr. Diese neue Einsicht zeigt, dass die beiden Traditionsparteien im Gegensatz zu früher klein geworden sind, sagt der Markt- und Meinungsforscher. Daher zähle jede Stimme. "Bis vor ein paar Jahren wurden Migranten noch dazu verwendet, um auf sie hinzuhauen."

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Dokument erstellt am 2013-09-19 17:41:03



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