• vom 17.09.2014, 17:59 Uhr

Gesellschaft

Update: 17.09.2014, 18:05 Uhr

Streetart

Von der Straße in die Akademien




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Von Saskia Blatakes

  • Beim Calle Libre Festival (19. bis 26. September) ist Street-Art aus Österreich und Lateinamerika zu sehen.

Klassische Spray-Kunst und Holzarbeiten werden beim Festival präsentiert.

Klassische Spray-Kunst und Holzarbeiten werden beim Festival präsentiert.© Susanne Posegga/Warda Network Klassische Spray-Kunst und Holzarbeiten werden beim Festival präsentiert.© Susanne Posegga/Warda Network

Wien. Der Legende nach begann alles im New York der frühen Siebziger. Die "New York Times" berichtete damals über einen Kurier und Sohn griechischer Einwanderer, der sich bei seinen Botengängen auf Wänden in der ganzen Stadt verewigte. Sein Kürzel "Taki183" bestand aus seinem Spitznamen und seiner Adresse, der 183. Straße in Washington Heights, Manhattan.

Damit gilt er bis heute als einer der Pioniere der urbanen Kunstform. Dokumentarfilme wie "Style Wars" und "Wild Style" setzten auch anderen Inkognito-Künstlern ein Denkmal und führten zu vielen Nachahmern.


Das "Taggen" war geboren und löste einen Boom aus. Die illegale Kunst passte gut zur noch jungen Rapkultur, der es auch um ein "Hier bin ich" ging, um Aufmerksamkeit im anonymen Raum der Großstadt. Noch war die Szene männlich dominiert.

Aus der Kunstform Graffiti entwickelte sich dann die vielfältigere Street-Art. Nicht zu verwechseln ist diese mit Straßenkunst, der Ausdrucksform von Straßenkünstlern, die im öffentlichen Raum musizieren oder zaubern.

In der Gesellschaft galten Graffiti lange als verpönt und wurden als illegale Schmiererei abgetan. Street-Art umfasst heute neben Graffiti viele andere urbane, spontane Kunstformen und ist heute längst in Kunstgalerien angekommen. Sie ist gesellschaftsfähig und global.

Am Freitag startet in Wien das Graffiti- und Street-Art Festival "Calle Libre" (deutsch "Freie Straße"), das über 30 Künstlerinnen und Künstler aus Österreich und Lateinamerika präsentiert.

"Die Bilderwelten in Lateinamerika unterscheiden sich sehr von den europäischen", sagt der Veranstalter Jakob Kattner. "Der soziale und geschichtliche Kontext spielt eine größere Rolle. Dort ist Graffiti auch oft als Teil einer politischen Bewegung zu sehen, wie zum Beispiel in Oaxaca." 2006 war in der Hauptstadt des mexikanischen Bundesstaates Oaxaca ein Lehrer-Streik eskaliert. Viele andere soziale Organisationen hatten sich angeschlossen, darunter viele Aktivisten aus der indigenen Bevölkerung und den Rücktritt des Gouverneurs Ulises Ruiz Ortiz gefordert. Sie nutzten Graffiti als Mittel, um zu mobilisieren und sich zu organisieren.

Mystische Landschaften
Als politisch sind die Arbeiten der argentinischen Künstlerin Zumi nicht zu bezeichnen - zumindest nicht auf den ersten Blick. Ein Reh, das einen Fuchs küsst. Ein riesiger Bär unter weißem Polarleuchten. Ein Pandabär, der bläulich zu leuchten scheint, obwohl er mit Farbe auf die Vorderwand eines verlassenen Ladens gesprüht wurde. Zumi, die mit vollem Künstlernamen Marina Zumi heißt, nutzt die Flächen, die die Stadt ihr bietet.

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Schlagwörter

Streetart, Calle Libre

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Dokument erstellt am 2014-09-17 18:02:07
Letzte nderung am 2014-09-17 18:05:04



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