• vom 11.03.2015, 17:11 Uhr

Gesellschaft

Update: 14.03.2015, 14:43 Uhr

Einwanderung

Tee mit Migrationshintergrund




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Alexander Maurer

  • "Migration Sammeln" soll Einwanderung in Wien sichtbar machen.

Wien. "Wer seine eigene Geschichte nicht erzählen kann, der hat nicht existiert." Mit diesem Zitat des indisch-britischen Schriftstellers Salman Rushdie eröffnete Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger am Mittwoch im Wien Museum am Karlsplatz die Präsentation des Projekts "Migration Sammeln" im Wien Museum am Karlsplatz. Ein vierköpfiges Team soll nun helfen, die Geschichten von Migranten, ihre Verbindung und ihren Einfluss auf Wien zu erzählen und sichtbar zu machen. Das mit maximal 195.000 Euro dotierte Pilotprojekt wird bis Ende August 2016 laufen, im Fokus liegen Migranten aus Ex-Jugoslawien und der Türkei, da es sich hier um die größte Zuwanderungsbewegung seit der Monarchie handelt.

Von Karedeniz und Süt
"Neben einer gezielten Medienkampagne setzen wir auf Zusammenarbeit mit städtischen Institutionen im sozialen Bereich sowie im Senioren- und Jugendbereich. Wichtig ist auch die Kooperation mit verschiedenen migrantischen Communitys", erklärt Projektleiterin Vida Bakondy. Sie verweist dabei auf andere Vorhaben wie die derzeit im Wien Museum gezeigte Ausstellung "Romane Thana. Orte der Roma und Sinti.", die deutlich zeigen, wie wichtig bei derartigen Vorhaben die Einbindung jener Menschen ist, deren Geschichte erzählt wird.

Werbung

Mittels Gesprächen, Präsentationen in migrantischen Selbstorganisationen und sozialen Treffpunkten wie Kaffeehäusern oder Pensionistenklubs sollen die Menschen für die Sammlung von Objekten und die Dokumentation ihrer Erlebnisse sensibilisiert werden. "Wir haben schon im Rahmen vergangener Projekte die Erfahrung gemacht, dass das Bewusstsein zur Selbstdokumentation der eigenen Geschichte zwar vereinzelt da, aber oft nicht gegeben ist - auch, weil sich jahrzehntelang niemand für diese Geschichten interessiert hat", erinnert sich Vida Bakondy.

Um Geschichten zu erzählen, bedarf es aussagekräftiger Gegenstände - und die müssen erst gefunden werden. "Was ein Objekt der Migration sein kann, ist auf den ersten Blick meist nicht sichtbar", erklärt Bakondy. Die dahinterstehende Bedeutung ergibt sich oft erst aus dem Kontext. Um dies zu veranschaulichen, zieht sie eine Packung eines Produkts namens "Karedeniz", hervor, was so viel wie "Schwarzes Meer" bedeutet. Eigentlich in Sri Lanka produziert, wird er von einer Wiener Großhandelsfirma als originär türkischer Tee vertrieben. Der "Karedeniz" ist mittlerweile nicht nur ein bedeutendes Konsumgut für in Österreich lebende Migranten, sondern auch ein beliebtes Gastgeschenk für Türkeibesuche.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Schlagwörter

Einwanderung, Migration

1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-03-11 17:14:07
Letzte ńnderung am 2015-03-14 14:43:57



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Richtig ankommen
  2. EU-Kommissar: Zusagen für Aufnahme von 25.000 Flüchtlingen in EU
Meistkommentiert
  1. Richtig ankommen

Werbung




Werbung


Werbung