• vom 21.11.2016, 14:16 Uhr

Gesellschaft

Update: 23.11.2016, 11:52 Uhr

Bundespräsidentenwahl 2016

Roma-Verein wirbt für Hofer: "Ein anständiger Mensch"




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Von WZ Online, zel

  • FPÖ sei die einzige Partei, die sich für ethnische Minderheiten einsetze, heißt es in einer Presse-Aussendung. Andere Organisationen distanzieren sich.

Das Treffen zwischen einigen Vertretern der Roma-Community und Norbert Hofer fand vergangene Woche statt. Der freiheitliche Präsidentschaftskandidat gebe der Community viel Hoffnung für eine minderheitenfreundliche Politik.

Das Treffen zwischen einigen Vertretern der Roma-Community und Norbert Hofer fand vergangene Woche statt. Der freiheitliche Präsidentschaftskandidat gebe der Community viel Hoffnung für eine minderheitenfreundliche Politik.© http://romatimes.news Das Treffen zwischen einigen Vertretern der Roma-Community und Norbert Hofer fand vergangene Woche statt. Der freiheitliche Präsidentschaftskandidat gebe der Community viel Hoffnung für eine minderheitenfreundliche Politik.© http://romatimes.news

Eine Roma-Initiative namens "Internationale Roma Union" (offenbar eine Splittergruppe der "International Roma(ni) Union") überrascht mit einer Wahlempfehlung für den Bundespräsidentschaftskandidaten Norbert Hofer. Nach einem Treffen mit dem freiheitlichen Politiker (Bericht auf Roma Times) sei man überzeugt, dass nur die FPÖ "als einzige politische Kraft in Österreich den Schutz der Minderheiten im Parteiprogramm verbrieft und durch Taten unter Beweis stellt", heißt es in einer Aussendung am Montag.

Darin lobt der "Parlamentspräsident" der Vereinigung, Stevan Balog Radul, den Burgenländer und erklärt, er sei ein "bemerkenswerter ehrlicher und warmherziger, vor allem intelligenter und hochanständiger Mensch und Politiker, der zu seinem Wort steht". In einem Telefonat mit der "Wiener Zeitung" bestätigt Radul seine Begeisterung für Norbert Hofer und meint die Presse solle "endlich die Wahrheit schreiben" und nicht immer nur Lügen über den freiheitlichen Politiker und die FPÖ verbreiten. Das Gespräch mit Hofer habe ihm und seinem Verein Hoffnung für die in Österreich lebenden Roma und Sinti gemacht.

"Politiker haben uns nie ernst genommen"

"Im Herzen bin ich Roter, aber in Oberösterreich haben uns die Politiker nie ernst genommen", beklagt sich Radul: "Der Mann hat Anstand und kann der österreichischen Bevölkerung etwas bieten. Es habe ihn überrascht, dass das Parteiprogramm der FPÖ das einzige sei, in dem der Schutz ethnischer Minderheiten verankert sei. Was übrigens nicht stimmt - die Grünen etwa haben einen eigenen Absatz über den Schutz von Minderheiten, ebenfalls von Roma und Sinti im Parteiprogramm. Aber Radul ist dennoch wütend: Die Grünen würden sich ausschließlich für Flüchtlinge einsetzen, nicht für Minderheiten.

Beim Kulturverein der Roma, der offizieller Ansprechpartner der Republik für die Volksgruppe ist, wusste man nichts Näheres über die Initiative. "Das hat mit uns nichts zu tun", hieß es dort. Abschließend verurteilt Radul die heimische Medienlandschaft. Er sei der größte Feind der Presse, da Zeitungen nicht die Wahrheit schreiben. "Wissen Sie was los ist derzeit in Österreich? Jetzt wird die Hölle los sein, weil wir Roma hinter unserem Mann stehen!"

UPDATE: Organisationen distanzieren sich: "Keine Unterstützung für Hofer"

Von den Aussagen der "Internationalen Roma Union" und ihres Vertreters Stevan Balog Radul, wonach "die Gemeinschaft der Roma und Sinti in Österreich ... geschlossen hinter Ing. Norbert Hofer" stehen würde, distanzieren sich die Roma Organisationen Romano Centro (Wien), Verein Karika (Oberwart), Roma-Service (Kleinbachselten), Vida Pavlovic (Wien) und Verein Phurdo (Salzburg) ausdrücklich.

Stevan Balog Radul habe seine private Meinung als Meinung der Volksgruppe dargestellt. Dies könne der Verein Romano Centro nicht hinnehmen, heißt es in einer Presseaussendung.

Vertreter der FPÖ seien in der Vergangenheit häufig mit abwertenden und beleidigenden Aussagen über Roma aufgefallen, ihr nahe stehende Medien wie "Zur Zeit" oder "Die Aula" verbreiten immer wieder rassistische Inhalte. Deshalb sei es nicht vorstellbar, dass ein FPÖ-Kandidat die Interessen der Roma/Romnja und Sinti/Sintize in Österreich vertreten wird.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
Dokument erstellt am 2016-11-21 14:18:52
Letzte nderung am 2016-11-23 11:52:42



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