• vom 19.05.2017, 11:51 Uhr

Gesellschaft

Update: 19.05.2017, 11:58 Uhr

Integrationspreis

Die "Kümmerer" aus Altena




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (8)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA, AFP

  • Die deutsche Stadt Altena wurde mit dem Nationalen Integrationspreis geehrt. Um jede Flüchtlingsfamilie kümmert sich eine Person und Wohnungen ersetzen Sammelunterkünfte.

Der junge irakische Arzt ist vor vier Monaten aus Mossul geflohen. Er ertrug es nicht mehr, IS-Kämpfer zu versorgen. In Altena hat er einen Ausbildungsplatz im städtischen Krankenhaus erhalten. - © Deutsche Welle

Der junge irakische Arzt ist vor vier Monaten aus Mossul geflohen. Er ertrug es nicht mehr, IS-Kämpfer zu versorgen. In Altena hat er einen Ausbildungsplatz im städtischen Krankenhaus erhalten. © Deutsche Welle

Berlin. Das deutsche Städtchen Altena (Nordrhein-Westfalen) hat am Mittwoch den erstmals vergebenen Nationalen Integrationspreis erhalten. Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte in Berlin das Altenaer Konzept zur Integration von Flüchtlingen, dabei insbesondere die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen in Wohnungen statt in Sammelunterkünften. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro verbunden.

Eine Jury unter Leitung des ehemaligen Chefs des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Frank-Jürgen Weise, hatte Altena aus 33 Vorschlägen ausgewählt. In der gut 17.000 Einwohner zählenden Stadt gilt das Motto "Vom Flüchtling zum Altenaer Mitbürger".

Freiwillig hundert Menschen aufgenommen 

Neben der Unterbringung in normalen Wohnungen in Nachbarschaft zu Altenaern gibt es auch eine Betreuung jeder Flüchtlingsfamilie durch einen eigenen "Kümmerer". Zudem nahm Altena auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise freiwillig gut hundert Menschen mehr auf, als der Stadt zugewiesen wurden.

Für die Kleinstadt in Sauerland brachte der Flüchtlingszuzug positive Effekte. Nach einem seit über 20 Jahren andauernden Bevölkerungsschwund stieg die Bevölkerung 2015 wieder an. Bürgermeister Andreas Hollstein dankte Merkel bei der Preisverleihung für ihren Kurs in der Flüchtlingspolitik.

Brandanschlag auf Flüchtlingsunterkunft

Das Städtchen hat allerdings auch einen schweren flüchtlingsfeindlichen Vorfall erlebt: Im Oktober 2015 verübten zwei Männer, unter ihnen ein örtlicher Feuerwehrmann, einen Brandanschlag auf ein mit Flüchtlingen bewohntes Haus. Die im Gebäude wohnenden sieben Syrer blieben dabei unverletzt.

Die geständigen Täter wurden zu sechs bzw. fünf Jahren Haft verurteilt. Der Feuerwehrmann Dirk D. gab vor Gericht an, er habe "Angst vor gewalttätigen oder sexuellen Übergriffen" sowie vor Einbrüchen durch die Flüchtlinge gehabt.

Werbung




1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-05-19 11:36:43
Letzte nderung am 2017-05-19 11:58:08



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Verschiebung der Menschenrechte an die Grenze
  2. "Man muss Probleme ansprechen"
  3. Die "Kümmerer" aus Altena
  4. Vom "Wir schaffen das" zum "Was haben wir geschafft?"
  5. Interviews ohne jegliche Scheu
Meistkommentiert
  1. Vom "Wir schaffen das" zum "Was haben wir geschafft?"
  2. Interviews ohne jegliche Scheu
  3. Die "Kümmerer" aus Altena
  4. Verschiebung der Menschenrechte an die Grenze

Werbung




Werbung