• vom 28.08.2017, 08:55 Uhr

Gesellschaft

Update: 28.08.2017, 09:01 Uhr

Dialog

"Wiener Salon" vernetzt Juden und Muslime




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Von WZ Online, APA

  • Dialogplattform "Dibur/Sochba" will Vorurteile abbauen. Ausbau des Projekts auf Bundesländer und Europa geplant.

Im April fand die Kulturreise der jüdisch-muslimischen Gruppe in die Slowakei statt. - © Die Jüdische

Im April fand die Kulturreise der jüdisch-muslimischen Gruppe in die Slowakei statt. © Die Jüdische

Wien. Eine kleine, aber prominent besetzte Initiative will Juden und Muslime an einen Tisch bringen. Dabei bedient sich das Projekt "Dibur/Sochba" des traditionellen Settings des "Wiener Salons". In Zukunft wolle man die Dialogplattform auch in den Bundesländern und europaweit etablieren, sagte der Initiator des Projekts, Journalist Samuel Laster. An Bord ist auch SPÖ-Gemeinderat Omar Al-Rawi.

Ein "rotes Telefon" hat sich Laster, der die Online-Zeitung "Die Jüdische" betreibt, gewünscht - "es ist viel mehr geworden". Was vor etwas mehr als einem Jahr in der "Wiener Tradition des Roten Salons" begonnen hat, setzte sich in einer Serie gemeinsamer Veranstaltungen - allesamt im intimen Rahmen - fort. "Beim Reden und Essen kommen die Leute zusammen", meint auch Tarafa Baghajati von der "Initiative muslimischer Österreicher-innen" und der "Plattform Christen und Muslime".

Die Tradition des jüdisch-muslimischen Dialogs gebe es bereits seit Jahrhunderten, merkt Baghajati an. Erst durch den Nahost-Konflikt beherrschten angebliche gegenseitige Ressentiments die öffentliche Wahrnehmung. Insofern sei der direkte Kontakt umso wichtiger. Gemeinsame Auftritte sollten zudem über gemeinsame Solidaritätsbekundungen, etwa nach Terroranschlägen, und Stellungnahmen bei Themen wie dem Schächten hinaus gehen, findet Al-Rawi.

Eine der Aktivitäten war etwa der Besuch der historischen Altstadt von Bratislava und jüdischer wie muslimischer Kultureinrichtungen. Mit an Bord waren auch Oberrabbiner Arie Folger und Rabbiner Schlomo Hofmeister von der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG). Zu den kommenden Aktivitäten zählt ein Fest in den Blumengärten Hirschstetten (Wien-Donaustadt) am 3. September anlässlich des muslimischen Opferfests. Motto: "Abrahams Kinder."

Baghajati hofft, durch die Initiative auch antisemitischen Verschwörungstheorien in den eigenen Reihen entgegenzuwirken. Für ihn ist das Projekt "eine Pflanze, die vielleicht weltweit ihresgleichen sucht". Wollte man sich zuerst nur im kleinen Rahmen treffen, überlegt Initiator Laster bereits eine Ausweitung auf die Bundesländer - und vielleicht irgendwann auf andere Staaten. Denn: "Wir setzen hier ein Zeichen für Europa."

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Schlagwörter

Dialog, Juden, Muslime, Wiener Salon

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Dokument erstellt am 2017-08-28 08:58:35
Letzte Änderung am 2017-08-28 09:01:55



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