• vom 11.08.2014, 11:52 Uhr

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Update: 11.08.2014, 12:27 Uhr

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Italien fordert EU-Kommissar für "Mittelmeer-Flüchtlinge"




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Von WZ Online, zel, APA

  • Allein am Wochenende 2.053 Menschen vor Süditalien aufgegriffen.

Rom. Mit dem Ziel Europa vor Augen machen sich täglich Hunderte Menschen von Afrika auf und riskieren auf der Überfahrt im Mittelmeer ihr Leben. Allein an diesem Wochenende hat die italienische Marine 2.053 Menschen im Mittelmeer aufgegriffen. Sie wurden von den Mitarbeitern der Mission "Mare Nostrum", die zwischen Sizilien und Libyen patroullieren, in Sicherheit gebracht.

1700 Menschen sollen am Montagvormittag im Hafen der süditalienischen Stadt Reggio Calabria eintreffen, berichteten italienische Medien. Die Migranten befinden sich an Bord des Marine-Schiffes "San Giusto". Am Sonntag waren 201 Menschen in der sizilianischen Hafenstadt Augusta eingetroffen. Fünf vermeintliche Schlepper wurden dabei festgenommen. Zahlreiche Flüchtlinge erreichten zudem an Bord kleinerer Schiffe die italienische Küste.

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Forza will Flüchtlingsboote stoppen

Die Oppositionsparteien setzen die Regierung Renzi zunehmend unter Druck und fordern von dieser, die Ankunft der Flüchtlinge in Italien zu unterbinden. Die Forza Italia um Ex-Premier Silvio Berlusconi ruft die EU zu einem sofortigen Einsatz in Libyen auf, um die Abfahrt der Flüchtlingsboote zu verhindern. Die Partei warnt vor den zunehmenden Ausgaben Italiens zur Bewältigung der Migrantenzahl.

Eigener Kommissar?

Italiens Ex-Außenministerin Emma Bonino drängt auf die Ernennung eines europäischen Kommissars für den Mittelmeerraum, der sich ausschließlich mit der Flüchtlingsthematik befassen soll. Bis Ende des Sommers rechnet die italienische Regierung damit, dass bis zu 100.000 Menschen Süditalien erreichen werden.

Forderung zur Quarantäne wegen Ebola

Indes macht die rechtspopulistische Oppositionspartei Lega Nord mit einer Forderung von sich reden. Wegen der Ebola-Epidemie in Westafrika verlangt sie eine Quarantäne für afrikanische Migranten, die in Italien eintreffen. "Angesichts der starken Einwanderung aus Afrika muss man Vorbeugemaßnahmen ergreifen und strenge Kontrollen durchführen", sagten Sprecher der Lega Nord. Die Gefahr sei akut, die Regierung müsse "für die öffentliche Gesundheit" eine Quarantäne einführen.

Die Lega Nord fordert seit Monaten das Ende der seit Oktober laufenden Mission "Mare Nostrum". Die Rettungsaktion würde nur den Menschenhandel über das Mittelmeer fördern, argumentiert Lega-Chef Matteo Salvini. Dass es dabei nicht primär um das Problem von Schleppern und Human Trafficking geht, zeigt, dass Möglichkeiten zur legalen Migration kein Thema in der Asyldebatte sind.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2014-08-11 12:01:17
Letzte nderung am 2014-08-11 12:27:20



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