• vom 18.06.2016, 15:18 Uhr

Migration

Update: 18.06.2016, 15:21 Uhr

Solidarität

Ban fordert in Athen gerechtere Verteilung der Flüchtlinge in Europa




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Von WZ Online, APA, dpa, Reuters

  • UN-Generalsekretär traf Tsipras und besuchte Registrierungszentrum auf Lesbos.

Athen. Fremdenfeindlichkeit und geschlossene Grenzen sind die falschen Antworten auf die Flüchtlingskrise - darin stimmen UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und der griechische Premier Alexis Tsipras überein. Beide forderten bei ihrem Treffen am Samstag in Athen eine gerechte Aufteilung der Menschen innerhalb Europas. Tsipras schenkte seinem Gast eine leuchtend orange-farbene Flüchtlings-Schwimmweste.

Ban lobte den Umgang der Griechen mit der Flüchtlingskrise. Er sei dankbar für die "bemerkenswerte Solidarität" und Großzügigkeit, die Griechenland trotz der Wirtschaftskrise zeige, sagte Ban griechischen Medienvertretern. Zudem forderte er, Athen dürfe bei "dieser Herausforderung nicht alleine gelassen werden".

Tsipras seinerseits bat den UN-Chef, den Einfluss der Vereinten Nationen zu nutzen, damit der EU-Flüchtlingspakt mit der Türkei weiterhin Bestand hat. Auch die vereinbarte gerechte Verteilung der Flüchtlinge innerhalb der europäischen Länder dürfe nicht vergessen werden, so Tsipras.

"Wir haben (mit dem europäisch-türkischen Flüchtlingspakt) eine schwierige Einigung erzielt und kämpfen darum, dass sie beibehalten wird. Wir haben es damit geschafft, die Flüchtlings- und Migrationsströme und die vielen Todesfälle in der Ägäis zu stoppen", sagte Tsipras dem Fernsehsender Skai zufolge.

Ban wollte am Samstag noch das Registrierungszentrum auf der Ostägäis-Insel Lesbos besuchen, um sich an Ort und Stelle ein Bild von der Lage zu machen. Am Freitagabend war es dort zu Protesten gekommen. Rund zwei Dutzend Migranten hatten Matratzen und einen Wohncontainer angezündet, um im Vorfeld des Besuchs von Ban gegen die ihrer Ansicht nach schlechten Lebensbedingungen im Aufnahme- und Abschiebelager Moria zu protestieren.

Rund 8.400 Migranten sollen sich noch auf griechischen Inseln befinden und dort Asyl beantragen wollen. Dies würde die Inseln überfordern. Es wird zudem geschätzt, dass etwa 48.000 Flüchtlinge auf dem griechischen Festland sind, weil die sogenannte Balkanroute Richtung Mitteleuropa nach Grenzschließungen zu ist.

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Dokument erstellt am 2016-06-18 15:19:11
Letzte nderung am 2016-06-18 15:21:11



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