• vom 14.02.2017, 12:56 Uhr

Politik & Recht

Update: 14.02.2017, 13:04 Uhr

Integration

Burgenländische Integrationsbeauftragte für raschere Asylverfahren




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Von WZ Online, APA

  • Neinawaie befürwortet Idee des Integrationsjahres - "Masterplan" im Burgenland gestartet.

Integrationsbeauftragte für das östlichste österreichische Bundesland plädiert für schnellere Asylverfahren. Erst nach der Gewissheit können die Menschen sinnvolle Integrationsmaßnahmen angehen.

Integrationsbeauftragte für das östlichste österreichische Bundesland plädiert für schnellere Asylverfahren. Erst nach der Gewissheit können die Menschen sinnvolle Integrationsmaßnahmen angehen.© dieburgenlaenderin.at/Emmerich Mädl Integrationsbeauftragte für das östlichste österreichische Bundesland plädiert für schnellere Asylverfahren. Erst nach der Gewissheit können die Menschen sinnvolle Integrationsmaßnahmen angehen.© dieburgenlaenderin.at/Emmerich Mädl

Eisenstadt. Sanya Neinawaie ist seit rund sieben Monaten die Integrationsbeauftragte des Burgenlandes. Die 31-jährige "Frau im Hintergrund" zog im Gespräch mit der APA Bilanz über ihre Arbeit und sprach sich dabei für schnellere Asylverfahren aus. Die Ideen der Bundesregierung zu Werteerklärung, Integrationsjahr und -vertrag sah sie durchaus positiv.

Das Integrationsjahr erachte sie etwa als Chance für Personen mit gewissen Qualifikationen. So könnten Pädagogen beispielsweise in Schulen mitarbeiten. Durch die Vorgaben der Bundesregierung würden Asylwerber, Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte eine "Art Garantie" bekommen. "Sie wissen dann, sobald ich den positiven Bescheid habe, habe ich Anspruch auf einen Kurs, auf ein Integrationsjahr, so schaut mein Weg aus."

Schneller Gewissheit

Gleichzeitig brauche es schnellere Asylverfahren. "Ich würde mir wünschen, dass die Asylwerber schneller Gewissheit haben." Sie verstehe zwar, dass jeder Fall geprüft werden müsse, die Ungewissheit sei aber "oftmals quälend". Man brauche sich nur vorstellen, zwei Wochen in einem Zimmer zu verharren, ohne arbeiten zu dürfen und mit wenig Geld zur Verfügung. "Mir würde nach ein paar Tagen die Decke auf den Kopf fallen."

Sich selbst bezeichnet Neinawaie als "Frau im Hintergrund, die vernetzt, die organisiert, die schaut, dass das ganze System funktioniert". Ihr "täglich Brot" sind die Deutsch- sowie die Werte-und Orientierungskurse. Bei letzteren sei das Burgenland das erste Bundesland gewesen, welches diese auch für Asylwerber angeboten habe. Über 500 Personen besuchten die Kurse seit Februar 2016.

Daneben sei vor wenigen Tagen der "Masterplan" im Asylbereich gestartet. In 20 Kursen mit insgesamt 300 Plätzen werden die Menschen auf das Alphabetisierungs- und A1 Sprachniveau gebracht. Vereinfacht gesagt, handle es sich dabei um Basiskurse, mit dem Ziel einfache Dialoge führen zu können. Für den Arbeitsmarkt reiche das aber nicht, da brauche es weiterführende, kostenlose Angebote.

Wertekurse auch für Migranten wichtig

Sowohl die Sprach- als die Wertekurse seien wichtig, "nicht nur für Asylwerber, subsidiär Schutzberechtigte, Asylberechtigte, sondern auch für Migranten - die vergisst man gerne", meinte Neinawaie. Die Kurse helfen, damit sich die Menschen in der österreichischen Gesellschaft zurechtfinden und lernen, "wie sie sich verhalten sollen, was von ihnen auch irgendwo verlangt wird". Die meisten Fragen in den Kursen würden zum Bildungssystem und zum Arbeitsmarkt kommen.

Falschmeldungen über Asylwerber seien auch im Burgenland ein Thema, wobei sie hier mit Aufklärung entgegenwirkt: "Man kann die Leute informieren. Man kann sagen, bevor ihr mutmaßt, fragt lieber nach", so Neinawaie. Auch die Geflüchteten bekommen die Falschmeldungen mit und reagieren auf diese: "Sie versuchen sich richtig zu verhalten. Richtig heißt in dem Fall nicht anecken, höflich sein, versuchen deutsch zu reden, auch wenn sie Fallfehler machen", berichtete die Integrationsbeauftragte. Sie verstehe zwar, dass es in der Bevölkerung Befürchtungen gibt: "Aber an der Anzahl der Asylwerber im Burgenland gemessen, ist es doch sehr friedlich."

Ob jemand integriert ist oder nicht, könne allein am Äußeren nicht festgemacht werden. "Hundertprozentig integriert ist dann jemand für mich, wenn er sich nicht mehr vorstellen kann, woanders zu leben", ist die 31-Jährige überzeugt. Neinawaie ist gebürtige Steirerin, ihre Eltern stammen aus dem Iran.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-02-14 12:57:17
Letzte nderung am 2017-02-14 13:04:11



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