• vom 27.08.2016, 14:42 Uhr

Bier

Update: 31.08.2016, 22:31 Uhr

Bier im Visier / Wiener Journal

"Ein richtiger Berliner, der macht sich nie was vor. Sogar wenn alles schief geht, behält er den Humor."*




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Von Edit Rainsborough

  • *Marlene Dietrich: Du hast ja keine Ahnung wie schön du bist Berlin

Brlo-Gründerin Katharina Kurz und Braumeisterin Veronica Menzel in Wien. - © Foto: Simon Rainsborough

Brlo-Gründerin Katharina Kurz und Braumeisterin Veronica Menzel in Wien. © Foto: Simon Rainsborough

Christian Laase, Michael Lembke und Katharina Kurz machen Bier in Berlin.

Christian Laase, Michael Lembke und Katharina Kurz machen Bier in Berlin.© Foto: Conor Clarke/Brlo Christian Laase, Michael Lembke und Katharina Kurz machen Bier in Berlin.© Foto: Conor Clarke/Brlo

Schief ging bisher nichts. Ganz im Gegenteil. Die Gründungsgeschichte des Berliner Bier-Start-ups BRŁO klingt viel mehr nach einem Siegeszug.

Ob der Erfolg sich trotz oder gerade wegen des Namens einstellte, den drei junge (Wahl)Berliner für ihre Biere gewählt haben? In einem Punkt jedenfalls ähnelt er jenem des Wiener Traditionsbetriebes mit den Brötchen. In seiner Unaussprechlichkeit. Das aber stört die drei Gründer nicht weiter. Sollen die Leute reden. Hauptsache man spricht darüber. Und so darf die Aussprache gerne nach Lust und Laune variieren.

Information

BRŁO BRWHOUSE
Schöneberger Straße 16, 10963 Berlin
(U- Bahnhof Gleisdreieck, U1 & U2)
www.brlo.de; www.brlo-brwhouse.de
Mo–Fr: ab 14 Uhr; Sa–So: ab 12 Uhr

Zum Abschluss der Ottakringer Braukultur-Wochen ist BRŁO vom 25. bis 31. August zu Gast in Wien.

Gerne erzählt Gründerin Katharina Kurz, dass sie und ihre zwei Mitstreiter tagelang in Bibliotheken Geschichtsbücher wälzten, um einen passenden Namen für eine "coole, kleine Biermarke" zu finden. Das gehört zum Gründungsmythos, der allerdings so gar nicht zu einem Start-up passen will. Und tatsächlich. Sie sind im Internet fündig geworden, fügt sie anschließend lachend hinzu. BRŁO, erklärt Kurz, sei der "altslawische Ursprung des Namens Berlin".

In schicken Flaschen steckt gutes Bier.

In schicken Flaschen steckt gutes Bier.© Foto: Brlo In schicken Flaschen steckt gutes Bier.© Foto: Brlo

Doch wie kommt es überhaupt dazu, dass eine Betriebswirtin, die ihre Doktorarbeit über den Kunstmarkt geschrieben hat, eine Berliner Biermarke gründet? "Aus einer Bierlaune heraus", sagt Kurz lachend. Nachdem sie durch einen längeren Aufenthalt in den USA die Geschmacksvielfalt im Bier kennen und lieben lernte, wollte sie "irgendwann mal was mit Bier machen". Mit dem ehemaligen Studienkollegen Christian Laase, der selbst Hobbybrauer war, und dem jungen Diplom-Braumeister Michael Lembke fand sie zwei Bierbegeisterte, um die Idee in die Tat umzusetzen. "Wir wollten gucken, wie weit wir kommen", erzählt die gebürtige Fränkin. Das war Anfang 2014. Sieben Monate später gründeten sie BRŁO. Nach weitern fünf Monaten hielten sie ihre ersten Biere in der Hand. Ein Helles, die Interpretation eines Bierklassikers, den wohl jeder Biertrinker kennt. Und ein Pale Ale für den etwas anderen Biergeschmack, das nicht überfordert. Letzteres wird seit diesem Frühjahr sogar an Bord von Air Berlin verkauft. Und jetzt bauen sie sogar ihre eigene Brauerei.

Denn "Bier braucht eine Heimat", ist Kurz überzeugt. Eine zumindest temporäre fanden sie am Gleisdreieck, an der Grenze zwischen Ost- und West-Berlin. Bevor an diesem Ort ein zweiter Potsdamer Platz entstehet, werden hier seit Anfang des Jahres Überseecontainer aufeinander gestapelt. Aus insgesamt 37 entsteht das BRŁO Brwhouse – inklusive Biergarten und Restaurant. So bleiben sie flexibel und die Brauerei erweiterbar. Denn wer eine Brauerei baut, "muss mindestens zehn Jahre in die Zukunft planen", so Kurz. Dann soll auch aus etwa der Hälfte der geplanten 25 Zapfhähne eigenes BRŁO-Bier fließen.

Momentan umfasst das Sortiment neben den oben genannten Bieren, ein Porter, ein German IPA und eine Berliner Weisse. Diesen von Napoleon als "Champagne du Nord" bezeichneten Bierstil wollen BRŁO aus der Touristen-Ecke holen und empfehlen ihn pur zu trinken. "Mit ohne Sirup", wie sie sagen.

Wie aber spricht man BRŁO nun richtig aus? Auf dem Etikett wird eine Variante vorgeschlagen. Klingt wie Bär-loh. So einfach? Ist aber eigentlich egal! Hauptsache es schmeckt.

Erschienen im Wiener Journal am 19. 8. 2016

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
Dokument erstellt am 2016-08-27 14:43:45
Letzte Änderung am 2016-08-31 22:31:10



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