Wahrscheinlich liegt es daran, dass er seine Kindheit in verschiedensten Kinderheimen verbracht hat und sich mit gemischten Gefühlen an diese Zeit erinnert. Als Erwachsener hat Paul Hofer jedenfalls ein großes Ziel: Er will Kindern eine schöne Kindheit ermöglichen, in der sie ihre Freizeit so verbringen, dass sie Spaß haben und gleichzeitig etwas fürs Leben lernen können. Genau deswegen hat er vor fast acht Jahren seinen Baggerpark im 11. Wiener Gemeindebezirk aufgebaut. Hier können Kinder nämlich das tun, was ihnen liegt: mit riesigen Monstermaschinen spielen, ihre Lust am Zerstören ausleben oder auch das genaue Gegenteil tun und Dinge zusammenbauen - und dabei auch ein bisschen schmutzig werden. "Bei uns geht es natürlich in erster Linie ums Baggern", sagt Hofer, der selbst seit 27 Jahren mit schwerem Gerät arbeitet, "aber die Kinder können auch Schweißen und Betonieren ausprobieren und noch viele andere Dinge, die einem auf einer richtigen Baustelle unterkommen." Und weil er selbst weiß, dass auch das Herumtoben Kindern Spaß macht, lässt er sie schon einmal einen alten Wohnwagen zerlegen. Das alles natürlich unter Aufsicht - "Wir bemuttern sie aber nicht", sagt Hofer - und unter strengsten Behördenauflagen.
Denn mit den Behörden hat Hofer in den vergangenen Jahren sehr viel zu tun gehabt. "Im Umgang mit denen braucht man viel Geduld und noch mehr Hartnäckigkeit", weiß er aus eigener Erfahrung. "Wenn die Entscheidungsträger einmal sehen, was wir hier wirklich tun, sind sie meistens eh bald auf unserer Seite", sagt der "Bagger-Paul", als den man ihn nicht nur in Wien, sondern auch in der Umgebung kennt. Denn sein Baggerpark ist eigentlich gar kein Geheimtipp mehr. Im Rahmen des wohltätigen Vereins "Kids on Stage", der im Baggerpark verschiedene Benefizveranstaltungen macht, schlüpft er auch manchmal in die Rolle "Seiner Kaiserlichen Hoheit Paul von Hoferix I".
Das Ei auf der Schaufel
Das alles, um Kinderaugen zum Leuchten zu bringen. Denn so sehr Hofer auf den ersten Blick kauzig und eigenbrötlerisch wirkt, so riesig ist sein Herz für Kinder. Die haben bei ihm nämlich alle Rechte. Und wenn er eines von ihnen am Steuer seines 27-Tonners dabei einweist, wie es mit der Greifschaufel ein rohes Ei in eine Pfanne bugsiert - das ist das absolute Highlight und sozusagen die Reifeprüfung im Baggerpark -, ist er in seinem Element. Umso mehr ärgern ihn dann kleine Ungerechtigkeiten: Als zum Beispiel einmal ein Vater nur dem Sohn eine Bagger-Runde spendierte, aber die Tochter vergeblich bettelte, auch mitmachen zu dürfen, nahm Hofer die Kleine kurzerhand an der Hand und setzte sie ebenfalls in einen Bagger. "Der Vater hat mich blöd angeschaut, ich hab ihm gesagt: Sch... dich nicht an, für sie musst eh nix bezahlen." Hofer ist ein Mann der klaren und direkten Worte, ein grader Michl sozusagen, der sich kein Blatt vor den Mund nimmt.

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