• vom 01.06.2012, 10:00 Uhr

Freizeit

Update: 01.06.2012, 13:10 Uhr
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Vor die Türe!


Von Anita Ericson

  • Waldparcours statt Laufband, Mountainbike-Downhill statt Spinning. Wer im sommerlichen Österreich ins Fitness-Studio geht, ist selber schuld.

 - © weinfranz.at / Franz Weingartner

© weinfranz.at / Franz Weingartner

Sommerlicher Outdoor-Sport, also die Kombination aus sportlichen Aktivitäten mit Natur-erlebnissen, ist seit Jahren der Renner. Doch eigentlich greift man dabei unter englischem Namen nur auf Altbewährtes zurück: Wir Österreicher sind schon lange ein Volk der Wanderer und Bergsteiger und überhaupt der heimischen Natur sehr zugetan. Entsprechend üppig ist das Angebot für Sport in der freien Natur, egal ob man sich zu Fuß fortbewegt, lieber am Rad sitzt oder vorzugsweise ins Wasser geht.

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Zu Fuß

Mit Abstand am beliebtesten sind natürlich Wandern und Bergsteigen, auch wenn man das heute nicht mehr in karierten Hemden und Knickerbockerhosen sondern in moderner Funktionskleidung betreibt. Es gibt wohl kaum ein Dorf im ganzen Land, an dem nicht zumindest ein gut beschilderter und dokumentierter Wanderweg vorbei führt. Vom Genusswandern in der Ebene, über Thementouren und moderate Bergwanderungen, bis hin zu schwierigen Gipfeltouren und anstrengenden Weitwanderungen (heute meist Trekking genannt) reicht dabei die Palette.

Als Belohnung ein traumhafter Ausblick: Gratwanderung auf der Zamangspitze (Montafon).

Als Belohnung ein traumhafter Ausblick: Gratwanderung auf der Zamangspitze (Montafon).© Montafon Tourismus / Martin Nink / Martin Nink Als Belohnung ein traumhafter Ausblick: Gratwanderung auf der Zamangspitze (Montafon).© Montafon Tourismus / Martin Nink / Martin Nink

Eine witzige Variante des Wanderns ist das Geocaching, eine Art GPS-unterstützte Schnitzeljagd: Der Wortteil "cache" stammt aus dem Englischen und meint dort "verstecken" - ein Geocache ist nun ein (wasserdichter) Behälter, der ein Logbuch und kleine Tauschgegenstände beinhaltet. Er wird irgendwo auf weiter Flur versteckt und die Koordinaten im Internet veröffentlicht. Mit GPS oder exakten Landkarten lässt sich das Versteck dann aufstöbern, der Finder verewigt sich im Logbuch, nimmt ein Souvenir mit und hinterlässt selbst ein Andenken. Glaubt man der internetbasierten Geocaching-Community (www.geocaching.com), sind alleine in Österreich an die 25.000 Caches, zum größten Teil in privater Initiative, versteckt.

Der Neusiedlersee bietet nicht nur Seglern ein Paradies. Hier lässt es sich auch ausgezeichnet surfen.

Der Neusiedlersee bietet nicht nur Seglern ein Paradies. Hier lässt es sich auch ausgezeichnet surfen.© Burgenland Tourismus / Sabine Jellasitz Der Neusiedlersee bietet nicht nur Seglern ein Paradies. Hier lässt es sich auch ausgezeichnet surfen.© Burgenland Tourismus / Sabine Jellasitz

Auch die Niederösterreich-Werbung ist auf diesen Zug aufgesprungen und inszeniert an 21 Plätzen des Landes eine spannende Familien-Variante. Bekannt gegeben wird lediglich der Startpunkt der Suche. Dort sind, wie bei einer klassischen Rätselralley, Aufgaben zu lösen, die zu weiteren Rätseln und schließlich zum eigentlichen Schatz, zum Cache führen. Die Touren dauern zwischen einer und drei Stunden (http://geocaching.niederoesterreich.at).

Aber auch Nordic Walkern und Läufern wird in Österreich einiges geboten, beispielsweise in der Lauf- & Walking Arena Bad Tatzmannsdorf, wo eigene und teils ungewöhnliche Strecken angelegt sind wie etwa der sensomotorische Barfußparcours oder die bis Mitternacht beleuchtete Laufrunde (www.laufarena.at). Im Montafon wiederum rühmt man sich des "größten Fitnessgeräts der Welt" - die Europatreppe in Partenen bietet mit 400 Stufen, 700 Meter Höhendifferenz und einer Steigung von bis zu 86 Prozent die Möglichkeit, sein Krafttraining im Freien zu absolvieren; neben den österreichischen Skidamen integrieren auch zahlreiche Fußballteams und Marathonläufer die Treppe in ihren Trainingsplan (www.montafon.at).

Während Laufen und Walken vergleichsweise junge Freizeitsportarten sind, hat Klettern hierzulande eine lange Tradition. Heute vereint der Klettersport alle Generationen. Die ältere, die schon immer auf den Berg gegangen ist, und die jüngere, die der Faszination

des Extremen erliegt. Neben dem klassischen Alpinklettern, bei dem auch Seile, Trittleitern oder Steigklemmen als Aufstiegshilfen benützt werden, erfährt das Freiklettern (auch Sportklettern oder Free Climbing) neuerdings großen Zulauf. Hier steht nicht der Gipfelsieg im Vordergrund sondern die sportliche Leistung, die ohne technische Hilfsmittel anvisiert wird - einzig zulässig sind Seile, die der Sicherung dienen. Legendäre Klettergebiete in Österreich sind natürlich der Dachstein, das Gesäuse oder die Bischofsmütze, weniger im Fels Versierte tasten sich zunächst in Klettergärten und an Klettersteigen allmählich an diese ultimativen Bergherausforderungen heran.

Naturgemäß finden sich die meisten Klettereien dort, wo der Fels besonders schroff ist, also beispielsweise in Tirol, das sein Kletterangebot auf www.climber-paradise.com vorbildlich präsentiert. Darauf sind 5000 Alpin- und 3000 Sportkletterrouen, zahllose Klettersteige, -gärten und Eisklettertouren in allen Schwierigkeitsgraden und Längen übersichtlich und detailliert zusammengefasst. Ähnlich appetitanregend auch die länderübergreifende Website www.mountaininfo.eu, die sämtliche Kletterangebote im Dreiländereck Kärnten-Friaul-Slowenien ausführlich schildert.

Per Pedes

Das zweite große Standbein der heimischen Outdoor-Industrie ist das Radfahren. Ein dichtes Netz an Radstrecken überzieht das Land, die Regionen laden je nach Topographie zu gemütlichen kulinarischen Touren (Weinviertel, Südsteiermark), zu Flusswanderungen (Donau, Mur, Enns, Drau, Inn) oder zu ganzen See-Umrundungen (Salzkammergut, Bodensee, Neusiedler See).

Im alpinen Raum steht freilich das Mountainbiken an erster Stelle. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass dort, wo Berge sind, auch Mountainbiketrails angelegt sind - von Vorarlberg (1500 Kilometer) bis Niederösterreich (265 meist moderate Strecken). Trotzdem haben sich einige Regionen besonders profiliert, sie bieten neben GPS-dokumentierten Routenvorschlägen auch fordernde Bikeparks sowie Downhill- und Freeridingstrecken mit eingebauten Sprüngen, Rampen und Steilwandkurven auf kniffligem Terrain. Und natürlich Fahrtechnikkurse zwecks unfallfreier Meisterung auch schwierigster Trails.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-28 16:47:13
Letzte Änderung am 2012-06-01 13:10:57


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