
Brandon ist ein erfolgreicher New Yorker Geschäftsmann. Einzig seine Libido hat er nicht im Griff, Sex wird immer mehr zu einer Obsession, unter der auch sein Arbeitsleben zunehmend zu leiden beginnt. Und dann taucht auch noch seine chaotische Schwester auf, die sich bei ihm einnistet und sein mühsam aufgebautes Lebensgerüst zusehends weiter aus dem Lot bringt. Bis zu dem Punkt, an dem er sich seiner Verantwortung stellen muss...
Die totale Entblößung, sowohl körperlich als auch seelisch, in einer rastlosen, meist von künstlichem Licht erhellten Welt, "Shame" ist zweifellos provokant und beklemmend. Und trotz der exzessiven Nacktheit kein Porno. Das verdankt der Film nicht nur der distanzierten Betrachtung von Regisseur Steve McQueen, sondern vor allem der grandiosen Darstellung von Michael Fassbender. In bester Film-noir-Manier gewährt er Einblicke und zeigt Blößen, für die sich weder er noch der Zuschauer schämen muss. Und auch Carey Mulligan als Brandons Schwester steht Fassbenders Darstellung um nichts nach.
Die Extras bieten einiges über die Entstehung und Inhalt des Films, sind aber insgesamt mager. Trotzdem toll!
Prokino, 1 Bluray, ca. 15 Euro
Artikel erschienen am 28. September 2012 in: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal", S. 40
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