• vom 29.06.2013, 15:29 Uhr

Freizeit


Urlaub

Weg vom Alltag!




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Von Brigitte Suchan

  • Wie viel Urlaub braucht der Mensch? In welchem Zeitraum erholt man sich am besten? Und ist Erholung, wie so vieles, eine Sache der Qualität und nicht der Quantität?

"Urlaub?" Hans ist Chef eines kleinen handwerklichen Betriebes und zugleich sein bester Mitarbeiter. Die schönste Zeit des Jahres ist für ihn auch die arbeitsintensivste: "Wenn ich jetzt meine Firma zusperre, entgeht mir eine Menge Verdienst", klagt er. Wann er sich zuletzt mehrere Wochen am Stück von der Arbeit freimachen konnte, daran kann er sich gar nicht mehr erinnern. An manchen Tagen, wenn das Telefon gar nicht aufhört zu läuten und die Kunden ihm die Tür einrennen, träumt er davon, alles zu verkaufen und sich ein angenehmes Leben zu machen.
Einmal ohne schlechtes Gewissen ein paar Tage ausspannen, davon träumt auch Doris, die freiberuflich als Texterin arbeitet. "Wenn ich nichts arbeite, verdiene ich auch nichts", meint sie und zuckt die Achseln. "Aber dafür muss ich nicht um acht Uhr irgendwo im Büro sein und Zeit absitzen."

Während Selbständige Freizeit oftmals als Zeitspanne ohne Verdienstmöglichkeit erleben, ist Urlaub für den unselbständig Erwerbstätigen ein gesetzlich verankertes Recht, das mit komplexen Erwartungshaltungen überfrachtet ist. Längst dient Urlaub nicht mehr der vom Gesetzgeber beabsichtigten körperlichen Erholung allein. Erholung im Sinne von Abwechslung ist gefragt. Die Urlaubszeit wird im Gegensatz zur fremdbestimmten Arbeitszeit als Zeitspanne des erfüllten, alle Sinne ansprechenden, "eigentlichen Lebens" empfunden.

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Sprachgeschichtlich geht der Begriff Urlaub, so ist in Wikipedia zu lesen, auf das alt- und mittelhochdeutsche Substantiv "urloup" zurück, das zunächst ganz allgemein "Erlaubnis" bedeutete. In der höfischen Sprache der mittelhochdeutschen Zeit bezeichnete es dann die Erlaubnis wegzugehen, die ein Höherstehender oder eine Dame dem Ritter erteilen konnte. So baten im Hochmittelalter Ritter ihren Lehnsherren um urloup, also um "Urlaub".

Fünf Wochen Urlaub stehen jedem Arbeitnehmer in Österreich zu. Nach 25 Dienstjahren beim selben Arbeitgeber erhöht sich der Anspruch auf sechs Wochen. Die von Arbeitsminister Rudolf Hundstorfer im Frühjahr losgetretene Debatte über eine generelle Ausweitung der Urlaubszeit auf sechs Wochen prallte am Widerstand der Wirtschaft ab, die befürchtete, eine Ausweitung des Urlaubsanspruchs würde die Arbeitskosten steigen lassen. Österreich liege beim gesetzlichen Anspruch auf Urlaub und Feiertage ohnehin im Spitzenfeld.

Auszeit vom Alltag

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Schlagwörter

Urlaub, Wiener Journal, Erholung

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2013-06-25 15:32:54
Letzte ─nderung am 2013-06-25 15:38:12



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