• vom 07.04.2012, 08:00 Uhr

Kulinarik

Update: 22.05.2012, 13:37 Uhr
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Nachgefragt

Omas Küche, aber schicker


Von Anita Kattinger

  • Haubenkoch Florian Prandstätter verzückt seine Gäste gerne mit einer einfachen Brotsuppe, kritisiert Restaurantführer und wundert sich über so manchen Freund, der bei der Tankstelle sein Abendessen einkauft.


© Andreas Pessenlehner / Andreas Pessenlehner © Andreas Pessenlehner / Andreas Pessenlehner

Der 33-jährige Florian Prandstätter gehört zu den wenigen Autodidakten in der Wiener Gastro-Szene: Ohne Lehre in der Tasche, dafür mit viel Selbstbewusstsein und ein paar Lerneinheiten bei dem befreundeten Koch Christian Domschitz, startete er seine Karriere als Koch. Im "Wiener Journal" hinterfragt der Besitzer und Küchenchef von "Harry’s Time" die Vergabe von Hauben.

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Wie würden Sie Ihren Kochstil beschreiben?

Relativ einfach, traditionell, aber ein bisschen modern. Ich koche gerne klassische Gerichte, die schon meine Oma gekocht hat, aber etwas schicker.

Können Sie sich an ein bestimmtes Gericht ihrer Oma besonders gut erinnern?

In der Fastenzeit hat es immer Brotsuppe, also eine klare Suppe mit Brotwürfel, und eine Schüssel Erdäpfelpüree mit gerösteten Zwiebeln gegeben. Solche Gerichte koche ich auch im Restaurant gerne nach!

Gibt es in Wien genug Publikum für Hauben-Küche?

Mittlerweile gibt es in Wien ja einen Haufen Haubenlokale. Also gibt es wohl genug Publikum. Auf der anderen Seite glaube ich, dass es zu viele Haubenlokale in Wien gibt. Das hat in den vergangenen Jahren inflationär zugenommen. Man braucht sich auf eine Haube nichts einbilden. Interessante Köche gibt es erst ab zwei Hauben. Es gibt an die 100 Ein-Hauben-Lokale - so viele gute Köche kann es ja gar nicht geben. Und ich nehme mich hier nicht aus, denn ich habe ja auch eine Haube. Die Frage ist, was ist ein Haubenlokal.

Was ist Hauben-Niveau?

Es gab vor einigen Jahren den Ansatz, einen Restaurantführer herauszubringen, der die Meinung der Gäste widergespiegelt hat: ein Publikums-Guide. Die Sponsoring-Firmen haben ihre besten Kunden zu der Abstimmung eingeladen. Aufgrund dieser Votings wurde dann der Guide erstellt. Die Idee finde ich schlau, weil es sich um Publikumswerte gehandelt hat. Der Nachteil: Dem Gast schmeckt sein Schnitzerl in seinem Lieblingsrestaurant im 10. am besten und er bewertet es mit der Höchstnote, während er im Haubenlokal einen ähnlichen Kochstil erwarten würde und es enttäuscht schlechter bewertet. Mir gefällt die Mischung von Publikums-Guide und Experten-Bewertung im "Falstaff" ganz gut, denn sein Gourmet-Beirat versucht ungleiche Bewertungen abzufedern.

Was halten Sie von Postings? Da lesen Sie ja dann sofort die Kritikpunkte des Gasts.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-04 10:08:07
Letzte Änderung am 2012-05-22 13:37:43


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