• vom 17.04.2012, 08:00 Uhr

Kulinarik

Update: 22.05.2012, 13:29 Uhr
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Kulinarische Weltreise


Von Anita Ericson

  • Wien ist auch kulinarisch zur Weltstadt geworden. Lokale mit Spezialitäten aus Afrika bis Zypern findet man an vielen Ecken. Besonders dicht zeigt sich das Angebot am Naschmarkt.

Köstlichkeiten aus dem Meer im "Nautilus" - © Anita Ericson / Anita Ericson

Köstlichkeiten aus dem Meer im "Nautilus" © Anita Ericson / Anita Ericson

Orientalischer Linseneintopf mit getrockneten Cranberries auf Bulgur oder lieber doch Jakobsmuscheln mit getrüffeltem Erdäpfelpürree? Türkische Hausmannkost oder vietnamesische Garküchenspezialitäten, orientalisches Frühstück oder Imbiss New-York-Style - nirgendwo sonst in Wien ist die kulinarische Auswahl kosmopolitischer, findet man so viel Welt, küchentechnisch gesehen, auf so engem Raum zusammengedrängt wie am Naschmarkt.

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Sie meinen, das ist nun wirklich nichts Neues, dass es am Naschmarkt eine Menge trendiger Lokale gibt, gähn, steht heute schon in jedem Reiseführer? Damit haben Sie freilich recht. Genauso wie die kritischen Stimmen, die bemängeln, dass von den einst zahlreichen Obst- und Gemüseläden heute keine zehn (!) mehr übrig geblieben sind. Ein großer Teil der Standler hat längst umgeschwenkt auf gehobenes Sortiment, von kandierten Biokirschen bis hin zu gefüllten Pattinsonkürbissen. Man kann es also bedauern, dass der Naschmarkt seine Funktion als Nahversorgermarkt verloren hat, doch man kann sich auch darüber freuen, dass das Angebot urbaner und vielfältiger geworden ist. Selten wo in Wien sieht man so deutlich wie hier, wie sich die Stadt in den letzten zwanzig Jahren verändert hat.

Parallel zur Entwicklung in Richtung internationaler Open-Air-Delikatessenladen hat sich eine boomende Gastroszene etabliert, die alleine vom Setting her in der Stadt ungeschlagen ist: Mitten in der bunten Marktatmosphäre, in der alles auf kulinarische Genüsse eingestellt ist, sitzt man in kleinen Schanigärten und schlürft hausgemachten Eistee mit Minze, delektiert sich am frischen Fischfilet oder frühstückt ganz hip noch um drei am Nachmittag. Besonders jetzt im Frühjahr ist der Naschmarkt eine perfekte Adresse, da man von prächtigen alten Häuserzeilen gut geschützt und von der Sonne beschienen auch an weniger warmen Tagen fein im Freien sitzen kann.

Das gastronomische Angebot hat drei Schwerpunkte, die sich auf die Location beziehen: Orientalisch und asiatisch, wie die Gewürze und Kräuter, nach denen es hier duftet, sowie Fisch- und Meeresfrüchte, die im vorderen Teil des Marktes mediterranes Flair versprühen. Aber hält das Essen auch, was das Ambiente verspricht? Ungeachtet der Tatsache, dass sich Wiens erste und einzige Fressmeile mittlerweile in der ganzen Welt herumgesprochen hat, ungeachtet der Tatsache auch, dass es hier sogar schon Souvenirshops gibt, schmeckt es in den meisten Lokalen (mit ein, zwei Ausreißern) noch immer vorzüglich. Wenn Sie keine noble Haubenküche erwarten, sich über ein ordentliches Preis-/Leistungsverhältnis freuen und straight-moderne Architektur mögen, sind Sie hier richtig. Auf jeden Fall, wenn Sie sich an unsere Tipps halten, die sich bei unserem Gourmettest bestens bewährt haben.

Sehr schmackhaft, der Jerusalemteller im Neni

Sehr schmackhaft, der Jerusalemteller im Neni© Anita Ericson Sehr schmackhaft, der Jerusalemteller im Neni© Anita Ericson




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-11 15:32:06
Letzte Änderung am 2012-05-22 13:29:17


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