Essen und Trinken hält nicht nur Leib und Seele zusammen, sondern fördert auch das gesellige Beisammensein. Im Weinviertel will man dem "rasanten Lebenstempo der Gegenwart" die Genusskultur des alten Kulturlandes entgegensetzen. Tafeln im Weinviertel und Picknick im Weinviertel sind zwei kulinarische Projekte, die sich seit dem vergangenen Jahr großer Beliebtheit erfreuen.
Stellen Sie sich einen lauen Sommerabend vor, die Sonne taucht die Weinberge in goldglänzendes Licht, auf einer Wiese ist eine große Tafel aufgebaut, schön gedeckt mit Blumengebinden, Servietten, Porzellangeschirr und eleganten Gläsern. Es wird ein mehrgängiges Menü serviert mit passender Weinbegleitung, Musikanten spielen auf, die Teilnehmer der Tafel, von denen man außer seiner Begleitung niemand kennt, kommen im Laufe des Abends ins Gespräch, genießen den Wein, das Essen, das Ambiente.
Mit dem Konzept der Tafeln im Weinviertel, die heuer zum zweiten Mal aufgestellt wurden, ist den Veranstaltern ein großer Coup gelungen. Alle Termine dieses Sommers sind ausgebucht bis auf den Zusatz-Termin am 18. August auf Burg Falkenstein, die Severin Weber vom Restaurant sieben:schläfer ausrichtet. Insgesamt an 15 verschiedenen Orten haben die besten Köche des Weinviertels im Juli und August immer am Freitag und Samstag ihre jeweilige Tafel gedeckt. Die Teilnehmerzahl ist mit jeweils maximal 100 Personen limitiert, das Menü inklusive Weinbegleitung kostet zwischen 80 und 100 Euro. Der logistische Aufwand sei zwar gewaltig, räumt Haubenkoch Gerhard Knobl vom Gasthaus Goldenes Bründl in Oberrohrbach ein, doch das Ergebnis rechtfertigt die Mittel. "Wir wollen das Weinviertel ein bisserl ins Gespräch bringen, die Menschen dazu bewegen, bei uns das Wochenende zu verbringen, damit sie entdecken, was es bei uns alles zu erleben gibt", umreißt Knobl die Idee der Tafel. In den Orten, wo die Tafel stattfindet, werden Übernachtungspackages angeboten, damit die Gäste nach dem kulinarischen Genuss nicht gleich wieder davonfahren. Gerhard Knobl hat seine Tafel am 27. Juli in Enzersfeld ausgerichtet, mitten in den Weinbergen am Ende der romantischen Kellergasse, die zu den längsten des Weinviertels zählt.
Das Programm für 2013 wird im November präsentiert, rechtzeitiges Vorbestellen wird dringend empfohlen.
Für alle, die keinen Platz an den Tafeln im Weinviertel mehr gefunden haben, empfiehlt sich Plan B der Weinviertler Tourismusverantwortlichen, der da lautet: Picknick im Weinviertel. Elf Wirtshäuser in verschiedenen Orten stellen gegen Vorbestellung (24 Stunden vorher) Picknickkörbe mit regionalen Schmankerln und einer Flasche Wein zusammen, die man dann im Rotkäppchenkorb abholen kann. Und einen Tipp, wo ein schöner Platz fürs Picknick zu zweit oder mit der Familie wäre, gibt einem der Wirt auch dazu. Alle Köstlichkeiten sind in Schüsseln und kleinen Rex-Gläsern verpackt, Geschirr, Gläser, Servietten und eine Picknickdecke sind Teil der Ausstattung. Ein Picknick für zwei gibts um 48 Euro, für die Familie (vier Personen) kostet der Korb 69 Euro.

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