• vom 05.10.2012, 08:00 Uhr

Kulinarik

Update: 08.10.2012, 10:50 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Quergegessen

Curry für Fortgeschrittene


Von Anita Ericson

  • Auch auf der kulinarischen Landkarte werden die weißen Flecken immer weniger. Weitgehend unbekanntes Terrain bietet jedoch die afrikanische Küche - auf zu neuen Entdeckungen!

Äthiopisches Restaurant: Spezialitätenteller mit Injera. Sagya Restaurant: verschiedene afrikanische Gerichte. - © Anita Ericson

Äthiopisches Restaurant: Spezialitätenteller mit Injera. Sagya Restaurant: verschiedene afrikanische Gerichte. © Anita Ericson

Wenn Sie das Wort Curry lesen, fällt Ihnen vermutlich sofort Asien ein. Wahrscheinlich denken Sie an die Köstlichkeiten aus der indischen Küche oder an das feine Limonengras-Aroma aus Thailand. Mit beidem liegen Sie natürlich richtig, und wenn Sie diesen Geschmack mögen, wollen wir heute Ihren Horizont diesbezüglich erweitern - und Sie zur kulinarischen Reise durch Afrika laden. Zwar leitet sich das Wort Curry tatsächlich aus dem tamilischen kari ab, doch steht es dort allgemein für Sauce und nicht für einen bestimmten Geschmack.

Eingebürgert hat sich die Bezeichnung Curry heute ganz generell für Eintopfgerichte mit sämiger Sauce, die sich durch exotische Aromen auszeichnen. Diese kommen auch in Afrika durch tropische Gewürze und Kräuter in die Gerichte, die allerdings oft nur lokal bekannt sind. Von überregionaler Bedeutung sind hier verschiedene Pfefferarten, wie der sogenannte Mohrenpfeffer, der ein wenig nach Muskat schmeckt, scharfe Chilis, die ursprünglich aus Lateinamerika stammen, oder die sauer-herbe Tamarinde.

Werbung

Zwiebel und Knoblauch, Kokosmilch und Palmöl (welches den Speisen eine rötliche Farbe verleiht) sind weitere typische Geschmackskomponenten vieler Speisen im subsaharischen Afrika.

Darüber hinaus hat jede Region ihre speziellen Ingredienzien, die den Saucen ihren charakteristischen Touch verleihen. In Westafrika sind die Noten gemeinhin kräftig ausgeprägt, häufig verwendet man geröstete Erdnüsse, geräuchertes Fleisch oder Trockenfisch zum Würzen. Im östlichen Afrika ist der asiatische Einfluss unverkennbar, Gelbwurz, Safran, Kardamom, Muskatnüsse und Sesam werden hier nicht nur kultiviert sondern auch in der Küche verwendet.

Gewürze und Gemüse

Eine Ausnahmestellung nimmt die äthiopische Küche ein, was insofern kein Wunder ist, als das Land auf eine jahrtausendealte Tradition zurückblickt. Hier gibt es ein autochthones Pendant zu Curry und sogar zu Curry-Pulver: Äthiopier verwenden eine (scharfe) Gewürzmischung namens Berberee zu Bereitung ihrer Eintöpfe namens Wot. Berberee besteht üblicherweise u. a. aus Chili, Ingwer, Knoblauch, Nelke, Koriander, Piment, Weinraute und Ajowan - ein stark nach Thymian schmeckendes Kraut, das aus der Nilregion stammt.

Für den ungewohnten Geschmack der afrikanischen Speisen sorgen aber nicht bloß die exotischen Gewürze, sondern auch die Zutaten an sich, die sich zunächst einmal aus Gemüse rekrutieren. Neben Kartoffeln, Karotten und Tomaten, Linsen, Bohnen und Spinat, die ja auch bei uns keine Unbekannten sind, verwendet man in Afrika gerne Süßkartoffel, Kochbananen, Yamswurzeln, Kürbisblätter, Palmnüsse (Ölpalmenfrüchte) oder Okra, schleimige Schoten, die seit gut 4000 Jahren auf dem Speiseplan der Nilbewohner stehen. Je nach Verfügbarkeit und Budget des Gastes werden die daraus bereiteten Saucen (oft auch als Suppen bezeichnet) mit Stücken von Fleisch oder Fisch angereichert.

Äthiopisches Restaurant

Äthiopisches Restaurant© Anita Ericson Äthiopisches Restaurant© Anita Ericson

Pat Kitchen

Pat Kitchen Pat Kitchen




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-03 14:53:20
Letzte Änderung am 2012-10-08 10:50:03


Beliebte Inhalte



- - © Johann Werfring
  • Bereits zum dritten Mal stellen sich heuer heimische Winzer mit ihren Tröpfchen in den Dienst der guten Sache, um HIV-positiven und aidskranken...
  • weiter

Das Weingut Mayer am Pfarrplatz. Wird es dieses geschichtsträchtige Gebäude bald auch als Kopie in China geben? - © Weingut Mayer am Pfarrplatz
  • Mit der gefälschten Marke "Mayer am Pfarrplatz" und unter Entlehnung weiterer kurioser Bezeichnungen aus Österreich und Frankreich versucht das...
  • weiter

Der Griff will ebenso erlernt werden wie die richtige Haltung. Justin beobachtet seine Schülerin mit Argusaugen. - Moritz Ziegler
  • Der Selbstversuch hat ergeben, dass Golfspielen nicht so leicht ist, wie man glaubt – aber trotzdem Spaß macht.
  • weiter

Der erste Schlag erfolgt vom Abschlag, genannt Tee. Nur dort darf der Ball auf ein kleines Holz-T aufgeteet werden. - Moritz Ziegler
  • Wenn erwachsene Menschen bei strömendem Regen auf einer Wiese stehen und versuchen, mit einem Schläger einen kleinen weißen Ball in ein Loch zu rollen...
  • weiter

Die Kathedrale Saint-Leonce de Fréjus und die Place Formigé im Zentrum von Fréjus. - © Sylvain Sonnet/Corbis
  • Nizza, Cannes, St. Tropez – das sind die ersten Städtenamen, die einem durch den Kopf schießen, wenn von der Côte d’Azur die Rede ist...
  • weiter

Das Weingut Mayer am Pfarrplatz. Wird es dieses geschichtsträchtige Gebäude bald auch als Kopie in China geben? - © Weingut Mayer am Pfarrplatz
  • Mit der gefälschten Marke "Mayer am Pfarrplatz" und unter Entlehnung weiterer kurioser Bezeichnungen aus Österreich und Frankreich versucht das...
  • weiter



Werbung




Chondrocladia lyra, ein fleischfressender Schwamm, lebt über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien. Die Art wurde von der Universität von Arizona in Tempe (USA) für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt.

23.05.2013: Nach 28 Jahren stießen Biologen auf eine unbekannte Affenart in Afrika: die Lesula-Affen. Sie leben versteckt in der Lomami-Region in der Dem. Rep. Kongo und wurden nun von der Universität von Arizona für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt. Nach Sony (PlayStaion 4) und Nintendo (WiiU) hat nun auch Microsoft seine Vision der zukünftigen Spielkonsolenwelt vorgestellt. Kinect Group Program Manager Scott Evans demonstrierte bei der Präsentation der "Xbox One" gleich einmal den neuen Kinect-Sensor, der nun nicht mehr als Zubehör erhältlich sein wird, sondern fix im Lieferumfang enthalten sein wird.

Mailands "neubabylonischer" Hauptbahhnhof Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Werbung