Wenn Sie das Wort Curry lesen, fällt Ihnen vermutlich sofort Asien ein. Wahrscheinlich denken Sie an die Köstlichkeiten aus der indischen Küche oder an das feine Limonengras-Aroma aus Thailand. Mit beidem liegen Sie natürlich richtig, und wenn Sie diesen Geschmack mögen, wollen wir heute Ihren Horizont diesbezüglich erweitern - und Sie zur kulinarischen Reise durch Afrika laden. Zwar leitet sich das Wort Curry tatsächlich aus dem tamilischen kari ab, doch steht es dort allgemein für Sauce und nicht für einen bestimmten Geschmack.
Eingebürgert hat sich die Bezeichnung Curry heute ganz generell für Eintopfgerichte mit sämiger Sauce, die sich durch exotische Aromen auszeichnen. Diese kommen auch in Afrika durch tropische Gewürze und Kräuter in die Gerichte, die allerdings oft nur lokal bekannt sind. Von überregionaler Bedeutung sind hier verschiedene Pfefferarten, wie der sogenannte Mohrenpfeffer, der ein wenig nach Muskat schmeckt, scharfe Chilis, die ursprünglich aus Lateinamerika stammen, oder die sauer-herbe Tamarinde.
Zwiebel und Knoblauch, Kokosmilch und Palmöl (welches den Speisen eine rötliche Farbe verleiht) sind weitere typische Geschmackskomponenten vieler Speisen im subsaharischen Afrika.
Darüber hinaus hat jede Region ihre speziellen Ingredienzien, die den Saucen ihren charakteristischen Touch verleihen. In Westafrika sind die Noten gemeinhin kräftig ausgeprägt, häufig verwendet man geröstete Erdnüsse, geräuchertes Fleisch oder Trockenfisch zum Würzen. Im östlichen Afrika ist der asiatische Einfluss unverkennbar, Gelbwurz, Safran, Kardamom, Muskatnüsse und Sesam werden hier nicht nur kultiviert sondern auch in der Küche verwendet.
Gewürze und Gemüse
Eine Ausnahmestellung nimmt die äthiopische Küche ein, was insofern kein Wunder ist, als das Land auf eine jahrtausendealte Tradition zurückblickt. Hier gibt es ein autochthones Pendant zu Curry und sogar zu Curry-Pulver: Äthiopier verwenden eine (scharfe) Gewürzmischung namens Berberee zu Bereitung ihrer Eintöpfe namens Wot. Berberee besteht üblicherweise u. a. aus Chili, Ingwer, Knoblauch, Nelke, Koriander, Piment, Weinraute und Ajowan - ein stark nach Thymian schmeckendes Kraut, das aus der Nilregion stammt.
Für den ungewohnten Geschmack der afrikanischen Speisen sorgen aber nicht bloß die exotischen Gewürze, sondern auch die Zutaten an sich, die sich zunächst einmal aus Gemüse rekrutieren. Neben Kartoffeln, Karotten und Tomaten, Linsen, Bohnen und Spinat, die ja auch bei uns keine Unbekannten sind, verwendet man in Afrika gerne Süßkartoffel, Kochbananen, Yamswurzeln, Kürbisblätter, Palmnüsse (Ölpalmenfrüchte) oder Okra, schleimige Schoten, die seit gut 4000 Jahren auf dem Speiseplan der Nilbewohner stehen. Je nach Verfügbarkeit und Budget des Gastes werden die daraus bereiteten Saucen (oft auch als Suppen bezeichnet) mit Stücken von Fleisch oder Fisch angereichert.


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