• vom 15.07.2011, 06:00 Uhr

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Die Schürzennäherin


Von Elisabeth Corazza

  • Petra Metzger ist spätberufene Damenkleidermacherin mit standesuntypischen Ambitionen. Die frühere Volksschullehrerin hat ihren alten Beruf für eine einmalige Geschäftsidee an den Nagel gehängt und schneidert nun peppige, moderne Schürzen für Frauen - und für Männer.



Riiiiiitsch, raaaaatsch!! Mit entschlossenem Ruck reißt Petra Metzger buntbedruckte oder -gewebte Stoffe in unterschiedliche Fleckerlgrößen und komponiert daraus mit viel Fingerspitzengefühl und Intuition ihre lustig-fröhlichen Schürzenmodelle. Das satte Geräusch von zerreißendem Gewebe empfindet die quirlige Frau als "inspirierend und sinnlich. Denn die Schürzen, die ich aus den Stoffen schneidere, sind eine sinnliche Abart der praktischen Werkzeugschürzen, wie wir sie aus Baumärkten kennen."

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Schürze als Accessoire

Fleckerl um Fleckerl solcherart gerissener oder geschnittener Stoffteile legt "Die Metzger" am Arbeitstisch an- und übereinander. Mal nimmt sie ein gold-schimmerndes Viscosetuch, dann einen einfärbigen, khakigrünen Leinenfleck, später die Po-Tasche einer Jeans, umrandet mit blauen Tüllrüschen. Nachdenklich betrachtet die Schneiderin mit der wuscheligen Kurzhaarfrisur ihr Werk, prüft die entstandene Stoff-Komposition und ersetzt entschlossen einen Stoffteil durch einen anderen. Die Tasche wandert weiter nach links, ans untere Schürzenende drapiert sie lässig eine beige Spitze. Fertig ist der Entwurf.

Das kleine Geschäftslokal vermittel Wohlfühlatmosphäre.

Das kleine Geschäftslokal vermittel Wohlfühlatmosphäre. Das kleine Geschäftslokal vermittel Wohlfühlatmosphäre.

Schürzen-Akt

Zufrieden mit dem entstandenen "Schürzen-Gemälde" beginnt die Schneiderin mit der Näharbeit, indem sie mittels Nähmaschine die Stoffteile zu einem kompakten Kleidungsstück zusammenfügt. Dabei verwendet sie gerne unterschiedliche Ziernähte oder formt gekonnt feine, kontrastreiche Biesen. Zum Binden kommt das ländlich-bekannte Schürzenband zum Zug, gelegentlich ersetzt durch einen schlichten Klettverschluss. "Meine Schürzen sind für die feminine Frau, die selbstbewusst und fröhlich Farbe bekennen will. Ich stelle nur Unikate her und verwende dabei vornehmlich natürliche Textilien wie Seide, Leinen, Baumwolle und Viscose", erzählt "Die Metzger" charmant lachend. Ihre Designs sind ein stoffliches Augenzwinkern, ein verschmitztes textiles Versteckspiel. Schelmisch baut sie für die zukünftige Trägerin allerlei Überraschungen ein, wie etwa das "heimliche Tascherl" am Schürzenhinterteil oder zwei übereinander liegende Fächer für Geldbörse, Mobiltelefone oder anderen Kleinkram moderner Individualistinnen. "Ich selbst mag keine Handtaschen. In meinen Schürzen haben die wichtigsten Kleinigkeiten Platz", beschreibt die Schürzennäherin ihre "Fach"-Werke. So ein Kleidungsstück will also entdeckt werden. Und - es deckt selbst auch zu, ...



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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2011-07-12 11:45:20
Letzte Änderung am 2011-07-12 14:51:28


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