• vom 28.04.2012, 08:00 Uhr

Mode

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Femme totale


Von Marie-Thérèse Demblin de Ville

  • Peplum, Midiröcke, Bustiertops, Shorts-Suits & Transparenz definieren die Formen neuer Weiblichkeit. Mit dem Comeback der Lady feiert die Mode Femininität pur.

Oben: 2x bauchfrei: leger (Acne, li.) und körperbetont (Proenza Schouler, Mi.). Re.: Midirock mit Schößchen (Jason Wu); unten: Short-Suits - hier von Proenza Schouler (li.) und Ralph Lauren (re.) - sind hip und businesstauglich

Oben: 2x bauchfrei: leger (Acne, li.) und körperbetont (Proenza Schouler, Mi.). Re.: Midirock mit Schößchen (Jason Wu); unten: Short-Suits - hier von Proenza Schouler (li.) und Ralph Lauren (re.) - sind hip und businesstauglich

Entspannte Lässigkeit trifft Old-Day-Glamour. Die Kollektionen der Designer von Paris über Mailand, London und New York sind sich diesen Sommer einig: Die Weiblichkeit wird in ihrer schönsten Form zelebriert. Feminine Silhouetten werden, wie in Paris bei Carven zu sehen, mit taillenhohen Midi-Röcken akzentuiert. Den Tellerröcken der 50er nachempfunden umspielt der Saum auf halber Länge die Wade. Beim Schuhwerk ist zumindest ein kleiner Absatz Pflicht. Keilabsatzsandalen wie die schnittigen Modelle von Prada mit an Cadillacs angelehntem Flammendesign sind sprichwörtlich heiß. Aber auch Klassiker wie die Peep-Toe Pumps von Christian Louboutin, aktuell aus türkisblauem oder pinkfarbenem Rauleder, rücken Frau von Kopf bis Fuß durch die gestreckte Körpergrazie ins Rampenlicht. Rote Sohlen à la nudefarbener oder schwarzer Stöckelschuhe zählen bei Boutiquenbesitzerin Alexandra von Canisius zu ihren All-Time-Favoriten und sollten demnach in keinem Kleiderschrank fehlen. Im Nu verwandeln sie so gut wie jedes Outfit in ein schickes Ensemble. "Wer zu High-Heels greift, sollte unbedingt darin laufen können. Leider wirkt man alles andere als feminin, wenn man zwar Absatz trägt, aber nicht damit zurechtkommt", unterstreicht Alexandra von Canisius die Tatsache, dass Frau mit besagtem Schuhwerk Schritt halten kann. Im kleinen, feinen von ihr geführten Store Coco la Belle am Wildpretmarkt sowie im namensidenten Onlineshop sind Kundinnen aus aller Welt unterwegs, die mit Designs von Tibi, Victoria Beckham oder Anna Sui zeigen, dass sie stolz sind, Frau zu sein: "Die Mode verhält sich zyklisch. Trends kommen und gehen. Die einzige Tendenz, die immer aktuell zu sein scheint, rückt ansprechend, elegant und feminin die körperlichen Vorzüge einer Frau in den Mittelpunkt. Die Verschönerung des weiblichen Körpers steht wirklich jeder Figur."

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Glamourcode

Es scheint, als ob Marylin Monroe, Ava Gardner & Co Modell für die diesjährigen Kollektionen standen. Zu den Labels, die als Grundinspiration und mit Fokus auf feminine Mode entwerfen, zählen beispielsweise Nina Ricci, Prada, Dior oder Jonathan Saunders. Valentino avanciert mit frischem Wind, unter anderem in den Designs der mittlerweile mit Kultstatus behafteten Nieten-Pumps, mehr und mehr zum Botschafter dieser neuen Weiblichkeit, was auch bei den Kundinnen des Luxury-E-Tailers mytheresa gut ankommt. Elegant aber verspielt. Rockig aber grazil. Zurechtgemacht aber nie spießig oder gar altbacken. "Die elegante, wilde und furchtlose Frau. Dieses Bild der Femme Fatale ist mit sehr viel Stil verbunden. Bei ästhetischen Dingen und im Speziellen der Schönheit geht es um die Wahrnehmung einer proportionalen Harmonie", so der Inbegriff des Femininen für Creative Director Katarina Cherabon. In Mailand bei Miu Miu und New York bei Anna Sui werden Bustiertops zu Bleistiftröcken kombiniert. Diese etwas gewagt erscheinende Kombi funktioniert. Unter dem Modebegriff "Bare Midriff" - zu Deutsch entblößte Taille - ist nicht etwa die komplette Freilegung des Ventres gemeint. Vielmehr geht es um einen Hauch von Haut, der zwischen den beiden auf den Leib geschneiderten Pieces, Rockbund und Topunterkante, hervorblitzt. Dieser kurze Anblick auf den Oberbauch kommt bei Frauen der Kategorie Supermodel Größe 32 oder 34 aufgrund komplett fehlender Cholesterinpolster beinahe einer optischen Täuschung gleich. Eine Kleidergröße 38 und mehr sollte dieses modische Statement und gewagte Experiment aber trotzdem nicht zu leichtfertig auslassen. Eventuell ist bei Faltenlegung im Oberbauchbereich die bauchfreie Variante mit einem Hauch mehr Stoff den physiologischen Begebenheiten anzupassen. "Diesen Abfab-Look können sich Frauen auch jenseits der 20 leisten. Darüber kann ja noch ein zartes Top gelayert werden. Parfait!", empfiehlt Cherabon.

Peplum

Ein weiterer klar definierter Stil-Fokus liegt auf dem Thema Volumen durch Rüschen und Raffungen an der Hüfte, wodurch der Kontrast zur schmalen Taille um eine Potenz verstärkt wird. Die wunderbaren Modelle von Givenchy oder Tibi versprühen Glamour aus vergangenen Tagen. Die wohlplatzierten Schichten Stoff schaffen Atmosphäre. Effektvolle Auftritte sind garantiert. Weitere Frische in diese New-Elegance bringt das Zusammenspiel von sanften und kräftigen Farben sowie der auf vielen Runways anzutreffende Material-Mix etwa fluide Seide an Transparenz. Man stelle sich ein gediegenes Dinner im coolen Wiener Retrocharme versprühenden Ambiente bei Skopik & Lohn nahe dem Karmelitermarkt vor. Die ideale Bühne für einen gelungenen Auftritt von Peplum-Kreationen, Midi-Röcken an Bustier-Tops, höchsten High-Heels und gekonnt drapiertem Schmuck. Um auch für diejenigen mit wenig ausgeprägter Style-Ambition etwas bereitzuhalten, erfährt das kleine Schwarze als Teil der ladyliken Grundausstattung ein sanftes Redesign. Durch Schößchen - Volants vorne - bzw. Schößchen - Rüschen hinten - avanciert das LBD (Little Black Dress) zum Future Classic. Dazu passend der Vergleich von Katarina Cherabon mit superschnittigen Turboschlitten à la Ferrari & Co.: "Der weibliche Körper ist in seiner schönsten Form kurvenreich wie eine Formel-1-Strecke."

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Fashion, Wiener Journal, Mode

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-25 12:53:05
Letzte Änderung am 2012-04-26 15:34:46


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